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Sonntag, 20. März 2011

Sitzplatz im Garten

Heute habe ich bei endlich einmal sonnigem und halbwegs mildem Wetter im Garten gearbeitet. Ich habe dabei sehr stark gespürt, daß ich mich gerne unbeobachtet fühlen würde. Das ist leider kaum möglich, da von allen Seiten Einblick durch die Nachbarn besteht. Die Folge ist, daß ich selten völlig unbefangen und natürlich sein kann. Sehr schade.

Nach der Arbeit setzte ich mich noch für eine halbe Stunde unter meinen kleinen Pflaumenbaum, zum zweiten Mal. An diesem Punkt werde ich halbwegs sichtgeschützt sein, sobald die Büsche und Baume wieder im Laub stehen. Jahrelang habe ich darauf hingearbeitet, trotz des beengten Raums im kleinen Reihenhausgarten so eine Ecke zu schaffen. Nachbarn sind genervt von meinen hohen Pflanzen, aber mein Schutzbedürfnis ist sehr groß.

Mir wurde heute sehr deutlich, woran ich da gearbeitet habe. Ich suche nach dem Seelenort, der mir Heilung bringen kann. Wenn ich ihn schon nicht in der freien Natur finde, weil es in Deutschland einfach überall zu dicht besiedelt ist, dann versuche ich eben eine Nische auf meinem eigenen Boden zu schaffen: hier muß ich wenigstens nicht befürchten, daß fremde Menschen oder deren Hunde plötzlich vor mir stehen - obwohl: es sind schon wiederholt Hunde in meinen Garten eingedrungen, worüber ich mich stets furchtbar geärgert habe. Ich empfinde das als schlimme Verletzung meiner Grenzen. Auch unschöne Ansprache über den Gartenzaun zählt zu Grenzverletzungen. Als verletzend empfinde ich auch übertrieben lauten Lärm, vor allem wenn dieser aus sehr aggressiven Emotionen herrührt. Und unangenehme Gerüche, wie Zigarettenabluft, die bis in meine Wohnräume eindringen, zählen auch dazu.

Schwierig also, einen wirklich privaten und als sicher und geschützt empfundenen Raum zu schaffen. Aber ich bin diesem durch meine Anpflanzungen jetzt näher gekommen und vielleicht kann ich hier zumindest sporadisch wirklich zu mir finden.

Mir würde Heilung bringen, wenn ich mich ganz tief mit der Natur verbinden könnte – und zwar nicht nur einmalig, sondern so, daß ich diese Verbindung auch im Alltag leben kann. Es würde ganz viel alten Schmerz lösen, wenn ich mich ganz zugehörig und verbunden fühlen dürfte. Und wenn ich nicht befürchten müßte, daß ich bald darauf wieder fortgehen muß.

Die vielen Umzüge meiner Kindheit waren wohl stärker traumatisch, als mir bisher bewußt war. Wenn es mir irgendwo gutgeht, möchte ich nicht wieder weggehen müssen. Ich möchte endlich Wurzeln schlagen dürfen.

Ich suche einen Ort, an dem ich mich sicher fühle, nicht von Menschen oder deren Haustieren gestört zu werden, an dem mich auch niemand hören kann, wenn ich weine oder schreie oder singe. Ein solcher Ort ist hier in weitem Umkreis ganz gewiß nicht zu finden, aber vielleicht kann ich diesem Traum zumindest nahekommen. Ich brauche dringend einen solchen Kraftort. Ich werde Karten studieren, um nach einem möglichst abgelegenen Flecken zu suchen. Bis auf weiteres sind mein Platz am Wanderpfad im Naturschutzgebiet und mein Platz im Garten ein kleiner Ersatz dafür.

Diese Sitzplatzübung aus meiner Weiterbildung trifft jedenfalls ganz genau das, wonach ich schon seit Jahrzehnten vergeblich suche: einem Naturplatz, an dem ich mich so fallenlassen kann, daß ich dort Heilung meiner tief verletzten Seele finde. Ich bin jetzt genügend motiviert, nach einem solchen Ort zu suchen, und ich bin froh, daß ich Unterstützung dafür bekomme.

Ich konnte heute von meinem Platz aus eine Krähe beobachten, die jetzt schon ein Nest baut. Ich sah sie zweimal mit einem Zweig im Schnabel in einem hohen noch kahlen Laubbaum sitzen. Nach sorgfältiger Beobachtung der Umgebung flog sie schließlich leise in eine hohe Fichte zwei Gärten weiter. Das wäre ja schön, wenn sie da brüten würde. Mir fiel auch auf, daß sehr viele Amseln diesen Baum als geschützten Platz anflogen, wenn es ihnen weiter unten zu unsicher wurde. Neben und über mir waren beständig leise Warnrufe von Amseln und vielleicht auch Meisen zu hören, ich störte sie ganz offensichtlich. Hoffentlich werden sie sich an mich gewöhnen. Einige Amseln sangen schon wunderschöne Abendmelodien. Noch gibt es anscheinend keine Revieraufteilung, denn an meinen Futterplätzen finde ich immer noch viele Amseln, die sich gegenseitig tolerieren.

Vielleicht probiere ich es nochmals mit dem Aufhängen weiterer Nistkästen. Obwohl ich drei bis vier Nistkästen an den bestmöglichen Stellen aufgehängt habe, hatte ich noch nie brütende Vögel dort. Möglicherweise ist es ihnen zu unruhig, weil ich mich doch zu viel im Garten aufhalte. Auch die oft laut ballspielenden Nachbarskinder könnten die Vogelbrut stören. Immerhin gab es im letzten Jahr ein Amselnest in meiner Hecke, vielleicht ja in diesem Jahr wieder.

Ich fühle heute sehr viel alten Schmerz in mir, aber ich habe jetzt eine Idee, wie ich ihn heilen könnte. Ich bin sehr motiviert, nach diesem Ort zu suchen.

Montag, 26. April 2010

Heilung

Worte sind eigentlich untauglich, um Erfahrungen auszudrücken, ich mache jetzt dennoch einen Versuch. Ich habe jetzt eine ganze Zeitlang auf dem Sofa gelegen, Zimt-Tee getrunken, stille Mantren-Musik gehört und meinen blauen Schutzkreis visualisiert.

Ich beneide immer die Menschen, die sehr konkrete Bilder sehen oder Stimmen hören. Bei mir sind es eher Empfindungen, ein Gefühl von „ich weiß es jetzt“. Also, ich weiß jetzt, daß mich ein Schutz-Engel begleitet, den ich viele Jahre lang völlig ignoriert habe. Ich bereue es so, ich weine heute Tränen der Reue und der Dankbarkeit. Ich habe so lange einfach nicht hingespürt, war zu blockiert, dabei war er (oder sie) die ganze Zeit da und hat über mich gewacht.

Ich weiß jetzt auch wieder, daß ich immer von göttlicher Liebe eingehüllt bin. Es liegt nur an mir, wenn ich sie nicht wahrnehme. Liebe ist immer da. Nur meine Ego-Blockaden hindern mich an der Wahrnehmung. Und meine mangelnde Offenheit und Aufnahmebereitschaft.

Auch in dem Kindheitserlebnis, das ich als traumatisch erinnere, war ich behütet. Es ist nichts wirklich schlimmes passiert, es war nur eine notwendige Operation, die ich als Kind nicht verstehen konnte. Ich habe mich nochmal in die Situation zurückversetzt und versucht, sie anzunehmen in dem Bewußtsein, daß ich sicher und geborgen bin – und geliebt. Das gelang mir gut.

Dann fühlte ich das Bedürfnis, den Schmerz in meinem Bauch zu heilen, der von dem Operationserlebnis zurückgeblieben ist. Ich spürte, daß blaues Licht hier nicht das richtige ist. Weißes Licht war richtig. Vor einigen Monaten habe ich den Schmerz einmal als schwarzen Knoten wahrgenommen, und heute durchströmte weißes Licht und viel Liebe meinen Bauch, den ich dabei mit der Hand hielt. Weißes heilendes Licht in meinem Bauch und blaues schützendes Licht um mich herum.

Das hat sehr gutgetan. Es wirkte heilend. Ich fühle mich jetzt wieder gut bei mir und im Frieden, noch etwas zittrig, aber er ist wieder da. Weil es so schön war, blieb ich noch lange liegen. Bei Bedarf werde ich diese Meditation wiederholen.