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Sonntag, 2. März 2014

Wochenbilanz


YEAH, ich bin stolz und glücklich. :-) Nachdem ich am letzten Wochenende 6,9 km + 7,2 km gelaufen bin, habe ich an diesem Wochenende 7,5 km + 9,5 km geschafft. Das ist super! Mir egal, daß ich für die 9,5 km 80 Minuten gebraucht habe, ein Kilometerschnitt über 8 Minuten. Toll, daß ich wieder so lange Zeit laufen kann. Nächste Woche sollten dann wohl 11 km drin sein, wie vor der Operation.

Auf der halben Strecke habe ich eine Pause eingelegt und mich kurz in einem kleinen Teich erfrischt. Das macht so viel Spaß. Das kleine Outdoorhandtuch hatte ich in meiner Gürteltasche dabei. Dann wieder abgekühlt in die verschwitzten Sachen und erneut warmgelaufen.

Dienstag und Donnerstag habe ich je eine Krafttrainingseinheit von gut einer Stunde Dauer gemacht. Und zwischendrin einige Mal Klimmzugvorübungen an meiner neuen Stange. Gestern habe ich eine stabile Kiste untergestellt und mich dann mit Hilfe der Beine hochgedrückt und langsam runtergelassen. Das ist eine gute Vorübung, so kann ich genau dosieren, wieviel Gewicht die Arme ziehen müssen und habe keine Angst vor einem plötzlichen Absturz.

Am Dienstag abend war zudem der erste Abend eines neuen Yoga-Kurses. Habe ich seit etwa 30 Jahren nicht mehr gemacht. Da ist auch überraschend viel Kraft gefordert. Soweit kann ich gut mithalten, aber bei der Beweglichkeit liege ich gegenüber den anderen Teilnehmern weit zurück. Dafür mache ich den Kurs ja gerade: ich will beweglicher werden.

In dieser Woche habe ich auch mehrfach in meinem Keller geräumt. Das Chaos lichtet sich nach und nach. Ständig entsorge ich kleingeschnittene Kartons. Ich bin auch dankbar, wenn ich etwas finde, das ich guten Gewissens wegschmeißen kann. Ich brauche dringend mehr Platz – und freie Rettungswege. Ich bin sehr zufrieden mit dem Fortschritt.

Erstmals seit dem Wasserschaden im Herbst ist mein Bad wieder frei – nur die Dinge drin, die dort hingehören. So hätte ich auch mal wieder die Chance auf ein warmes Bad in meinem Plastikplanschpool.

Zudem habe ich jeden Abend vor dem Einschlafen eine 15minütige Meditation gehört. Die entspannt mich so zuverlässig, daß ich meist schon vor deren Ende einschlafe – mit guten Gefühlen. Ich bemühe mich auch, nicht in negative Gedankenschleifen abzurutschen und immer wieder mit guten Gedanken und Gefühlen gegenzusteuern. Meist fühle ich mich entspannt und zufrieden, obwohl ich aktuell schwierige Lebensumstände habe.

Was noch nicht klappt, da darf ich noch an einigen Widerständen arbeiten: ich bade nicht regelmäßig in meinen Zielen, und ich träume auch nicht davon. Ich denke immer, ich darf meine Ziele nicht verfolgen, das steht mir nicht zu, ich muß das Leben so nehmen, wie es kommt. Ich will auch vermeiden, die falschen Ziele anzustreben mit ungeahnten negativen Folgen. Ich brauche noch etwas Zeit, bis ich mich ernsthaft an das Erschaffen meiner Realität mache. Bis dahin erschaffe ich sie halt unbewußt/halb bewußt.

Was auch nicht gut klappt, ist die Ernährung. Ich esse viele Kohlenhydrate, leider auch Zucker, wenn ich stark gestreßt bin. Auch als Seelentröster oder zur Belohnung. Meine Disziplin war hier schonmal besser. Ich nehme leider schleichend zu, 5 kg seit meiner Operation. Das waren nicht nur neue Muskeln... Vielleicht setze ich mir für die Fastenzeit ein konkretes Ernährungsziel.

Sonntag, 9. Februar 2014

5+2 Ernährungsweise


Im Rahmen meiner Survivalerfahrung werde ich vermutlich streng vegan von Kräutern und Wurzeln leben, denn wildlebende Tiere dürfen in Europa nicht zum Eigenbedarf gejagt werden (obwohl das doch die natürlichste Ernährung wäre, die man sich denken kann). Allenfalls Insekten, Regenwürmer etc. kommen als fleischliche Kost dazu. Im Zivilisationsalltag möchte ich diese Ernährung nicht nachahmen, das ist mir zu streng und zu stressig.

Ich suche derzeit nach einer Ernährungsweise, die mich dauerhaft zufrieden und glücklich macht und mir erlaubt, mein Gewicht für den Rest meines Lebens zu halten. Vorher allerdings möchte ich noch weiter abnehmen, und nur deshalb muß ich übergangsweise weiter strenge Diätpläne verfolgen, die mich nicht unbedingt voll zufriedenstellen.

Ich habe mich 5 Tage lang ohne Zucker und ohne Getreide ernährt (aber anders als bei Paläo mit Milchprodukten und Hülsenfrüchten) und gestern mit großer Begeisterung ein Schokocroissant und ein Mandelhörnchen vertilgt. Und abends gab es zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder Reis... Heute morgen gab es belegte Brote (plus Eier und Rohkost) und einen Rest Weihnachtsstollen, und abends noch einen Bratapfel mit geschmolzener Bitterschokolade. Insgesamt ein bißchen viele Ausnahmen.

Ab morgen mache ich wieder 5 Tage LowCarb. Ich würde gerne die Ausnahmen weiter reduzieren.


Samstag, 8. Februar 2014

Eiweißmehl


Auf der Suche nach kohlenhydratreduzierten Alternativen zu Brot und Kuchen bin ich auf einen Eiweißmehlmix gestoßen. Damit habe ich heute das erste Experiment gestartet.

Ich habe versucht, aus dem Eiweißmehlmix, Milch und Eiern so etwas wie Pfannkuchen zu braten. Der erste ist ziemlich mißlungen, weil der Teig in der Pfanne angebrannt ist. Ich habe ihn trotzdem gegessen. Der zweite Fladen blieb wenigstens zusammenhängend. Aber es schmeckt nicht nach Pfannkuchen, sondern eher nach Rührei.

In Kombination mit einer Gemüsepfanne, wie ich sie mir öfters am Wochenende mache, lohnt die Arbeit nicht, da könnte ich die Eier gleich unter das Gemüse mischen.

Aber dann habe ich als Nachtisch einen Apfel in Scheiben geschnitten und in Butter gedünstet. Dies zusammen mit dem zweiten Pfannkuchen schmeckte richtig gut und auch anders als nur Rührei mit Apfel. Immerhin sind in dem Mehlmix gemahlene Mandeln und Kokosnüsse drin, neben anderen Proteinen. Paßt sehr gut zu Obst.

Beim nächsten Mal werde ich lieber ein Rezept des Herstellers ausprobieren.

Am Wochenende brauche ich etwas Abwechslung von meiner Diät. Ich will herausfinden, wie ich hier Mehlprodukte und Zucker durch bessere Alternativen ersetzen kann. Als Ausnahme mache ich mir gerne auch etwas mehr Arbeit.

Während der Arbeitswoche habe ich mich jetzt wieder an Fleisch/Fisch/Eier und Gemüse gewöhnt. Dazu ein wenig Milch/Quark/Joghurt. Und ein wenig Obst - nach dem Training etwas mehr.

Montag, 3. Februar 2014

eiskaltes Bad


Ein weiterer wichtiger Schritt zurück in meinen Alltag: heute habe ich meinen Workout erstmals wieder im Wald absolviert. Um Zeit zu sparen, habe ich die Kraftübungen in den 5km-Lauf eingestreut. Das ging gut, und auch den Sprung von 3 auf 5 km habe ich gut bewältigt, nur rund um die Knie fühlte ich gegen Ende eine leichte Überlastung. Ich fühle mich körperlich schon wieder sehr gut, es zwickt nichts mehr im Bauch beim Laufen.

Bei leichtem Frost, Morgennebel und Sonne sangen tatsächlich schon einige Vögel, die den Frühling wohl nicht abwarten können. Es war wunderschön, ich habe das Training sehr genossen. Es fiel mir leichter als letzte Woche.

Danach freute ich mich schon auf das Bad im Bach. Ich fand es gar nicht so schlimm kalt wie erwartet, obwohl ich in den letzten 2 Krankheitsmonaten nicht einmal kalt geduscht habe, geschweige denn ein Outdoorbad genommen habe. Im Vergleich zum letzten Winter bin ich deutlich abgehärteter. Ich wollte nicht übertreiben und habe mich nur bis zur Hüfte ins Wasser gehockt, den Oberkörper kurz abgewaschen. Ich fand es super, es hat sehr viel Spaß gemacht.

Ich fühle mich nach einem Bad immer sehr tief verbunden mit der Natur, und es weckt tiefe Gefühle von Dankbarkeit und Glück. Ein perfekter Start in die Arbeitswoche.

Danach gab es einen köstlichen grünen Smoothie, der dank reichlich Kakao bei mir aber schokobraun aussieht. Seit kurzem habe ich Smoothies neu entdeckt, mit dem neuen Mixer macht es mehr Spaß als zuvor. Ich kann dieses Getränk gut vor dem Training vorbereiten und mitnehmen, als leckere Alternative zum Müsli. An Trainingstagen nehme ich Whey-Protein und Banane als Eiweiß- bzw. Obstbasis, an trainingsfreien Tagen werde ich mal Quark und Apfel probieren. Dazu Salat, weiteres grünes Gemüse, Nußmus und natürliche Aromen.

Auf Getreide – das früher nach dem Training für mich Standard war - kann ich so gut verzichten, allerdings möchte ich ungern auch noch die Milch rausnehmen, wenn ich mich jetzt mal Richtung Paläoernährung bewegen will. Ich werde aber weiter experimentieren, vielleicht kann ich Milch durch Kokos- oder Nußmilch ersetzen. Allerdings ist Molkeprotein ja auch aus Milch gewonnen, und hierzu fällt mir für den Shake kein Ersatz ein.

Es war ein sehr erfolgreicher Tag heute: mit 14.595 Schritten habe ich auch bei weitem die längste Strecke in diesem Jahr zurückgelegt.

Dienstag, 28. Januar 2014

Diätziele


Tagesbilanz:

- über 10.000 Schritte gegangen
- 45 Minuten Kraftworkout zuhause durchgezogen
- 1287 Kalorien, das ist deutlich unter meinem Tagesbedarf
- ausgiebiges Dehnen abends vor dem Fernseher

Damit bin ich sehr zufrieden. Das gleicht ein wenig den Bewegungsmangel und die Überernährung vom Wochenende aus.

Ich habe heute auch erstmals Getränke gekauft seit der Operation, ein weiterer Schritt zurück in den Alltag. Erstaunlich, wie schwer eine Wasserkiste ist, wenn man wochenlang nichts heben durfte.

Verzichtet habe ich auf das Joggen im Anschluß an das Krafttraining, ich werde es morgen nachholen. Ich war zu müde, weil ich viel zu wenig geschlafen habe. Stattdessen habe ich am Nachmittag einige Stunden auf dem Bett gelegen. Den Schlafrhythmus habe ich immer noch nicht wieder umgestellt, ich gehe zu spät ins Bett. Ich will das schnellstmöglich ändern, denn bald muß ich wieder arbeiten.

Heute war erst der 4. Tag in diesem Jahr ganz ohne Zucker und Weißmehl. Letzte Woche habe ich damit begonnen, meine Ernährung wieder umzustellen. 4-5 Tage Low Carb, ab Freitag abend und am Wochenende Ausnahmen. Wenn es zunächst reicht, mein Gewicht zu halten, ist es gut, denn ich habe ich seit meiner Operation ca. 3 kg zugenommen, vermutlich noch mehr Fett, da ich parallel gewiß Muskeln abgebaut habe. Sobald ich meinen Trainingsrhythmus wieder ganz hergestellt habe und ihn auch im Berufsalltag leben kann, werde ich bei der Ernährung weiter nachlegen.

Der Fettmessung meiner Waage traue ich nicht, deswegen muß ich die ungenaue Gewichtsmessung verfolgen – und die Umfangmessungen. Ich trage wieder eine Hosengröße größer als im Herbst, daran merke ich am deutlichsten, daß ich zugenommen habe.

Mein mittelfristiges Ziel ist es, eine Ernährungsweise zu entwickeln, mit der ich mich wirklich wohlfühle und mein Gewicht halte.

Vorher aber möchte ich aber meinen Körper noch weiter verändern. Zunächst ist mein Ziel, bis zum Start meines Wildnislehrgangs im April wieder in Hosengröße 42 zu passen, wie im Herbst schon. Danach sehe ich mal weiter. Abnehmen ist in diesem Jahr nicht mein Hauptthema, das muß nebenbei laufen.

Wichtiger ist mir, daß ich dabei entspannt bleibe und mich nicht unnötig unter Streß setze – was dem Fettabbau auch entgegen wirken würde. Und genug Schlaf ist wichtig. Heute habe ich gemerkt, wie unangenehm Schlafmangel ist: Kopfschmerzen, schlechte Konzentration und schlechte Laune. Erst nach dem Mittagsschlaf und dem nachfolgenden Training ging es mir deutlich besser.

Montag, 16. September 2013

wenn Obst zu süß schmeckt


Etwas Unerwartetes ist passiert: ich finde Obst zuweilen unerträglich süß! ;-) Wenn ich schon auf Zucker und verarbeitete Kohlenhydrate verzichte, habe ich mich zumindest immer auf Obst gestürzt. Ich habe auch schon vor Diätzeiten gerne und viel Obst gegessen. Ist ja auch gesund – in Maßen.

Aber jetzt erlebe ich tatsächlich öfters, daß ich es eigentlich zu süß empfinde und nur in geringen Mengen essen mag. Das sehe ich als tollen Erfolg meiner Ernährungsumstellung!

Ich esse trotzdem noch sowohl gezuckerten Kuchen, Brot und auch Obst, aber nicht mehr so viel davon und vor allem nicht mehr so häufig. Derzeit versuche ich mich damit auf das Wochenende zu beschränken, erlaube mir aber auch darüber hinaus Ausnahmen zu besonderen Anlässen.

Manchmal esse und trinke ich tatsächlich aus Gesellschaft etwas mit, das mir eigentlich nicht mehr schmeckt. Nicht immer möchte ich mich auf unerfreuliche Diskussionen mit anderen einlassen, um mein Verhalten zu begründen.

Und manchmal habe ich noch altvertraute Gelüste und gebe ihnen nach. Aber insgesamt hat sich meine Geschmackswahrnehmung und daraus folgend mein Eßverhalten dramatisch verändert!

Donnerstag, 12. September 2013

Low Carb Ernährung


Seit etwa einem halben Jahr ernähre ich mich Low-Carb, das heißt mit wenig Kohlenhydraten. Ich habe mich daran gewöhnt, übliche Gerichte ohne „Sättigungsbeilage“ zu essen, ohne Reis, Kartoffeln, Nudeln. Auch Brot esse ich nur ausnahmsweise am Wochenende. Stattdessen esse ich viel mehr Eiweiß als früher, bis zu 2,4g pro kg Körpergewicht.

Mir bekommt diese Ernährung sehr gut. Mir geht es gesundheitlich sehr viel besser, der Diabetes ist nicht mehr feststellbar, und allein das ist ein riesiger Erfolg nach jahrelangem Leiden an der zunehmend präsenter werdenden Erkrankung.

Angenehmer Nebeneffekt: wenn die Darmbakterien keinen Zucker mehr bekommen, verschwinden die bei der Verarbeitung entstehenden Gase, ich habe keine Blähungen mehr.

Seit der Ernährungsumstellung habe ich nochmal 12 kg abgenommen (zuvor schon etwa 7 kg durch den Sport). Im Schnitt 2 kg pro Monat, das ist wirklich gut! :D

Der Fettabbau umfaßt vermutlich noch einige Kilo mehr, denn ich habe bestimmt auch parallel schon Muskelmasse aufgebaut. Gerne hätte ich hierzu genauere Daten, aber ich scheue die Kosten der Bestimmung und den notwendigen Arztbesuch, so halte ich mich eben an die Näherungswerte, die meine Waage mir liefert.

Seit einigen Wochen habe ich die Diät nochmal verschärft und teste die Slow Carb Diet von Tim Ferriss. Die verbietet außer Getreide auch noch Obst und Milchprodukte an 6 Tagen in der Woche. An einem Tag darf man dafür alles essen, wonach es einen gelüstet.

Ich fand es superhart. Insbesondere der Verzicht auf Obst fiel mir sehr schwer. In den ersten Wochen habe ich tatsächlich eisern durchgehalten, allerdings habe ich mir statt einem zwei Schlemmertage am Wochenende erlaubt.

Unterdessen habe ich die Regeln etwas gelockert. Meinen Durchhaltewillen habe ich mir erneut bewiesen, und ich habe erste Erfolge, da kann ich auch mal wieder etwas entspannen.

Wenn die Sehnsucht nach etwas Süßem übermächtig wird, gebe ich auch schonmal nach. Heute mittag war es mal wieder soweit: nach einem Essen beim Chinesen (ohne Reis) hatte ich Heißhunger auf Schokolade. Es muß irgendwie an der Zubereitung liegen, denn nach chinesischem Essen habe ich das öfters. Normalerweise koche ich deshalb auch selber, da weiß ich, was drin ist, aber heute fehlte mir die Zeit für die Vorbereitung. Und so habe ich 20g Bitterschokolade gegessen mit einer Handvoll Nüssen. Lecker. Und das Bedürfnis nach Süßem ist für heute gedeckt.

Freitag, 12. April 2013

Hunger


Ich kann mich nicht erinnern, daß ich zuvor in meinem Leben schonmal so viel gehungert habe wie in den letzten 3 Wochen. Nach dem Schock, daß ich auf Kohlenhydrate weitgehend verzichten muß, habe ich erstmal einen Tag gefastet - besser gesagt gehungert, denn es war ohne fastentypische Vorbereitung. Dieser Tag war schrecklich. Aber abends hatte ich mich daran gewöhnt und fühlte mich unerwartet frei und leicht.

Danach habe ich angefangen, die Regeln der Metabolen Diät anzuwenden. Auch da hatte ich immer wieder Hunger - quälenden physischen Hunger, aber auch genauso quälenden psychischen Hunger. Kohlenhydrate sind wie eine Sucht, vor allem gilt dies für Zucker und für Mehl. Durch den Suchtentzug mußte ich erstmal durch. Das wurde etwas besser, als ich feststellte, daß ich tatsächlich tagelang nur von Fleisch/Fisch/Eiern und Gemüse leben kann.

Aber dann gibt es noch die psychischen Gelüste, z.B. die intensive Sehnsucht nach Brot. Damit ist schwieriger umzugehen, aber auch hier gewöhne ich mich schon etwas daran.

Der Hunger ist auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Ich erlebe das freiwillig - es gibt ja genug Menschen auf der Welt, die keine Wahl haben.

Es ist eine Grenzerfahrung. Ich finde es spannend. Es bringt mich sehr intensiv in Kontakt mit mir selbst. Es fördert Dankbarkeit und Demut. Und es fördert den Genuß an dem, was ich essen darf. Obst schmeckt zum Beispiel unglaublich köstlich.

Ich bin dankbar für diese Erfahrung.



Donnerstag, 11. April 2013

Heimkehr


Vom Tanzen habe ich heute ein inneres Bild mitgenommen: Heimkehr.

Es geht für mich aktuell um Heimkehr in meinen eigenen Körper. Der Begriff löst bei mir Schmerz und Sehnsucht aus.

Ich habe mich über die Jahre sehr weit von mir entfernt und bin jetzt auf dem Weg zurück. Ein gutes Wegstück ist schon geschafft, aber es fehlt auch noch viel.

Durch mein regelmäßiges Training seit November 2012 hatte ich schon 6-7 kg abgenommen. Zuletzt stagnierte die Gewichtsabnahme, obwohl ich weiterhin 3mal wöchentlich mein Krafttraining und das Laufen fortsetzte.

Deshalb kümmere ich mich jetzt um meine Ernährung. Etwa 3 kg in wenigen Wochen hat die Ernährungsumstellung nach den Regeln der Metabolen Diät bereits bewirkt. Für mich ist diese Diät ziemlich hart. Ich will sie mindestens so lange durchhalten, bis ich weitere 10 kg abgenommen habe.

Das ist nicht allein mit Willenskraft zu erreichen. Der Körper hat seine eigenen Regeln. Es wird entscheidend sein, ob er bereit ist, die für schlechte Zeiten angesammelten Fettreserven jetzt freizugeben. Ich bin sehr optimistisch, daß es mit meiner Diät funktionieren wird, aber sicher kann ich nicht sein.

Es hängt so sehr viel dran an dem Thema Ernährung. Sehr viele Emotionen, viele Erfahrungen, viele Gewohnheiten. Und der Speckgürtel hat auch seine Geschichte. Er hat mir auch Schutz geboten. Den ich jetzt hoffentlich nicht mehr brauche.

Ich glaube, ich werde mal wieder die Engel um Hilfe bitten – und für Freude und Gesundheit beten.

Ich möchte mich in meinem Körper wieder so lebendig fühlen wie als Kind, als ich unbeschwert auf Bäume klettern konnte.

Es ist möglich. Ich glaube daran!

Montag, 27. Juni 2011

Butter selbstgemacht

Im Wildnisseminar habe ich dabei zugesehen, wie mit einem selbstgeschnitzten Kiefernholz-Quirl Sahne gerührt wurde, um daraus Butter herzustellen. Ich konnte sehen, wie die Sahne dickflüssiger und cremiger wurde. Leider verpaßte ich den entscheidenden Moment, als aus der Sahne Butter entstand.

Das wollte ich jetzt doch nochmal wissen. Nach Inspektion meines Kühlschranks fand ich je 200g Schlagsahne mit Haltbarkeitsdatum von November 2010 und April 2011. Nun ja, schon etwas älter, aber ich werfe so schnell nichts weg. Die Sahne roch noch gut und sah gut aus, auch wenn sie am Rand etwas dickere Ablagerungen gebildet hatte.

Ich habe keinen Holzquirl selber geschnitzt, aber einen Handquirl von meiner Oma aus der Schublade gezogen, an dem sich zwei Quirle gegeneinander drehen, wenn an einem senkrecht angeordneten Rad gedreht wird. Und dann habe ich losgerührt. Ich war auf mindestens eine Stunde Arbeit eingestellt, aber nein, es ging viel schneller.

Zunächst wurde die Sahne wunderbar cremig, wie ich es mit dem elektrischen Handmixer noch nie als Zwischenstadium erlebt habe. Das wäre eine tolle Konsistenz beispielsweise für Apfelstrudel. Als ich weiterrührte, wurde ganz plötzlich das Rühren schwergängiger und die ganze Sahnecreme fing an sich zu verklumpen.

Total faszinierend, denn ich habe sowas noch nie gesehen. Wenn ich mal Sahne zu lange geschlagen hatte, habe ich diesen Effekt nie mit der Butterherstellung in Verbindung gebracht.

Von nun an entstand in kürzester Zeit ein dicker Butterklumpen, der den Quirl zusetzte, während eine milchige Flüssigkeit sich absetzte. Daß es sich hierbei um Buttermilch handelt, habe ich auch gerade erst gelernt. Erstaunlich und erschreckend sogleich. Wieso habe ich sowas nicht schon in früher Kindheit gelernt? Butter und Milchprodukte sind doch ein Basisprodukt unserer Ernährung.

Die Buttermilch habe ich durch ein Tuch abgegossen, die Butter gut ausgedrückt und dann in eine Schale gepreßt und in den Kühlschrank gestellt. Das schmeckt auch ungekühlt schon soo lecker! Ich bin sehr beeindruckt.

Sonntag, 26. Juni 2011

Wildnisnahrung

War das ein bewegendes Wochenende! Ich komme gerade vom Seminar „Eßbare Wildnis“ zurück, total glücklich, nur traurig, daß ich jetzt wieder in den Alltag zurückkehren muß. Aber ich kann mir noch einen Tag Zeit lassen. Wozu braucht man geschlossene Häuser, wenn es warm ist und noch nicht mal regnet? Ich schlafe heute unter freiem Himmel in meinem Garten, habe ich eben spontan beschlossen.

Ich habe voller Liebe und Verbundenheit auf dem Rückweg verschiedenste Kräuter geerntet, die ich morgen zubereiten werde. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so viel Ehrfurcht und Dankbarkeit für meine Nahrungsmittel empfunden habe. Die Natur beschenkt uns mit ihrer ganzen Fülle. Wir dürfen nehmen, was wir zum Leben brauchen. Das ist das Gesetz des Lebens. Wir nehmen und wir geben zurück, was wir geben können.

Alle Lebewesen sind eingebettet in das Ganze. Wir gehören genauso dazu wie Pflanzen und Tiere. Wir dürfen uns auch zugehörig fühlen, auch wenn das vielen Zivilisationsmenschen fast abhanden gekommen ist. Aber in unseren Genen ruht die Erinnerung an Jahrtausende enger Verbundenheit mit allem, was ist.

Für mich habe ich jetzt auch den Konflikt gelöst, ob Fleischessen gut ist. Ja, für mich ist es gut. Es ist gut, phasenweise oder auch überwiegend vegetarisch zu leben, aber es ist auch gut, Fleisch zu essen, wenn es in einer Haltung von Respekt und Dankbarkeit gegenüber dem Tier erfolgt, das für mich sein Leben gelassen hat. Es sollte einfach nicht öfter als notwendig ein Tier für mich geschlachtet werden und es sollte ein möglichst gutes Leben gehabt haben.

Das Tier gibt sich hin, wenn es von einem anderen Tier getötet und gefressen wird. So habe ich es noch nie gesehen, ich habe die Beute immer nur als unglückliches und passives Opfer gesehen. Natürlich hängt jedes Tier an seinem Leben, aber es ist nun mal die Bestimmung vieler Tiere, anderen als Nahrung zu dienen. So auch dem Menschen.

Ich bin sehr tief berührt von der Erfahrung, den Tod eines Huhns mitzuerleben, das uns dann als Nahrung gedient hat. Es ist sehr existentiell. Und paradoxerweise empfinde ich sehr viel Liebe für dieses Tier. Und vor allem sehr viel Dankbarkeit. Wir haben alle eßbaren Teile des Huhns gebraten/gekocht und verzehrt, um seinem Tod so Ehre zu erweisen.

Das ist die richtige Haltung bei allen Dingen, die wir tun. Wenn wir in Verbindung gehen mit dem, was wir gerade tun (z.B. Wildkräuter putzen und Salatsauce rühren, oder auch Huhn zerlegen und würzen, oder Frischkäse selber herstellen), dann ist es gut, was wir tun. Und die Energie, die wir in die Zubereitung der Nahrung geben, empfangen wir nachher über die Speise. Wer hektisch kocht, ißt auch Hektik. Und wer ein Lied singt beim Kochen, erntet diese Liebe und Freude, die er in das Essen hineingewoben hat.

Das ist nicht nur eine theoretische Erkenntnis, ich habe es mit dieser wunderbaren Gruppe auch genau so erfahren.

Ich bin sehr erfüllt, glücklich und dankbar!

Sonntag, 10. April 2011

Wildkräuterspeisen

In diesem Frühjahr habe ich richtig viel Lust auf frische Wildkräuter. Ich habe mich dem ungewohnt herben Geschmack über mehrere Jahre angenähert. Unterdessen scheint mein Körper mir zu signalisieren, daß ich diese Nahrung brauche – und das ganz besonders nach dem langen Winter.

Ein paar Mal habe ich jetzt schon morgens Giersch, Löwenzahn und Knoblauchrauke aus meinem Garten gepflückt und als Rohkostbeilage zum Frühstücksbrötchen genossen. Lecker. Eine andere Variante ist, die Kräuter zu hacken und in einer Gemüsepfanne mitzukochen: z.B. mit Tomaten, Zucchini, Paprika, 1-2 Eiern und Schafskäse. Das esse ich gerne auf Brot.

Heute mittag gab es Rührei mit gemischten Kräutern, dazu ein Brötchen. Ich war danach erstaunlich lange satt, das habe ich schön öfter festgestellt.

Und heute abend habe ich mal was neues ausprobiert. Ich liebe es, Reste sinnvoll zu verwerten. Ich hatte noch ein geöffnetes Glas Sauerkraut und Tomatensaft aus der Dose. Also gab es Nudeln, und dazu Sauerkraut-Tomaten-Kräuter-Sauce mit frischem Parmesan. Unglaublich lecker.

Die Wildkräuter hatte ich heute morgen an einem Wanderparkplatz in der Nähe gesammelt: Goldnessel, Taubnessel, Knoblauchrauke, Spitzwegerich, Schafgarbe, etwas Vogelmiere und Huflattich und aus meinem Garten noch Giersch und Löwenzahn dazu sowie gekauften Bärlauch. Erst wollte ich die Kräuter getrennt verarbeiten, aber dazu reicht meine Zeit ja realistischerweise nicht. Also was solls: alles zusammengemischt, grob gehackt und rein in den Topf, in Butter angebraten. Das Braten und Dünsten mildert etwas den ungewohnt strengen Geschmack, zerstört zwar wohl auch einige Vitamine, aber die Mineralien bleiben ja.

Ich möchte mich demnächst unbedingt mal an Brennesseln wagen. Ich weiß, daß ich auf sie allergisch reagiere, aber ich möchte es trotzdem probieren. Heute fehlten mir Handschuhe, sonst hätte ich schon die ersten zarten Spitzen gesammelt.

Mir tut es sehr, sehr gut, wenn ich irgendetwas aus der Natur verwende. Das verschafft mir sehr viel Verbindung und berührt mich tief innen. Ich empfinde es auch als spirituelle Nahrung.

Montag, 22. November 2010

Kartoffel-Anbau im Topf

Immer wieder mal befasse ich mich mit dem Thema Selbstversorgung. Das ist auch so ein alter Traum von mir. Unabhängig, autark leben, frei von den Zwängen des Konsumterrors. Anstatt mir einen neuen Beruf zu suchen, mit dem ich Geld verdienen kann, wäre das ja auch eine Alternative: teilweise oder vollständige Selbstversorgung, um mit deutlich weniger Geld als bisher auszukommen.

Nach meinen bisherigen Gartenanbau-Erfahrungen ist das allerdings völlig utopisch. Selbstversorgung kann – für mich - realistischerweise nur eine kleine Ergänzung sein, vielleicht noch mehr für die Seele als für den Körper.

Beispielsweise hatte ich in diesem Jahr ein kleines Projekt Kartoffelanbau im Plastik-Eimer. Ich hatte 4 Container, je etwa 20l groß, von diversen Weihnachtsbäumen aufbewahrt. Für die Erde habe ich einen (zu) stark überlagerten Komposthaufen abgetragen. Als Saatgut habe ich stark durchgekeimte verschrumpelte Kartoffeln aus dem Keller genommen, die ich gerade noch da hatte und sonst hätte wegwerfen müssen.

Ich habe die Container zunächst nur zu etwa 2/3 mit Erde gefüllt und zweimal im Sommer weiter Erde angehäufelt. Das soll ja den Ertrag erhöhen. Die Kartoffelpflanzen wuchsen zuverlässig, kamen aber nicht zur Blüte. Sie standen im Halbschatten (volle Sonnenlage habe ich in meinem Garten quasi nicht). Im Sommer habe ich regelmäßig mit Regenwasser gegossen, als es ganz trocken war auch einige Mal mit Leitungswasser. Gedüngt habe ich nicht, die Komposterde mußte reichen. Ich wollte ja keine Kosten produzieren, da es darum ging herauszufinden, ob so etwas einen realistischen Beitrag zur Haushaltskasse leisten kann – mit gekaufter Erde oder gekauftem Dünger wäre das wohl von vornherein nicht möglich gewesen, zumal ich eine Abneigung gegen Kunstdünger habe.

Ab etwa Mitte September verdorrte das Kraut sehr plötzlich. Ich bin nicht sicher, ob man auch schon vorher ernten kann oder sollte, aber spätestens nach dem Verdorren des Krauts kann ja nichts mehr nachwachsen. Daraufhin habe ich zunächst einen der Eimer geleert, da ich derzeit nur wenig Kartoffeln verbrauche (ich esse ja überwiegend außer Haus) und die Lagerung in der Erde noch am praktischsten ist.

Man sieht ja bei unter der Erde wachsenden Pflanzen das ganze Jahr über nichts davon, wie groß wohl der Ertrag werden wird. Es ist ein schönes Gefühl, so eine selbst gezogene Kartoffel aus der Erde zu ziehen. Für die Seele auf jeden Fall ein Pluspunkt. :-)

Aber hier ging es mir ja um den Ertragstest. Und der war leider enttäuschend. Ich erhielt aus dem ersten (etwas größeren) Eimer nicht viel mehr Kartoffeln heraus, als ich im Frühjahr hineingelegt habe, Gewicht 690g. Gestern erst erntete ich die restlichen 3 Töpfe mit insgesamt 1750g Kartoffeln, also im Schnitt 610g pro 20l Topf.

Ich vermute, daß ich fast mehr Kalorien für das Befüllen und Bewässern der Kartoffeltöpfe verbraucht habe, als ich aus der kleinen Mahlzeit gewinnen kann – das hat also keine Nachhaltigkeit, ist ein netter Freizeitspaß, dient aber nicht dem Überleben während einer möglichen Notzeit. Wenn ich jetzt noch Kosten für Töpfe, Erde, Dünger, Wasser und Saatgut hätte, würde es sich erst recht nicht lohnen.

Für einen echten Selbstversorgerbeitrag müßte ich wahrscheinlich eine große sonnige Anbaufläche haben, die dann ökonomisch bewirtschaftet werden kann. Man bräuchte vermutlich auch Vieh, das guten Dünger produziert oder eine Bezugsquelle.

Das ist für mich nicht realistisch. Ich denke aber, es müßte trotzdem möglich sein, auf meinem kleinen Grund einen Beitrag zu leisten. Zunächst werde ich das Experiment wohl nächstes Jahr wiederholen mit leichten Änderungen. Es fehlt anscheinend an Düngung. Vielleicht kann es helfen, wenn ich die Kartoffelpflanzen mit Küchenabfällen mulche (das Warten auf Kompostierung dauert zu lange).

Passend zur Kartoffelernte gab es heute bei mir Kartoffelpuffer nach dem Rezept aus dem Kriegstagebuch, das Johannes bei schnittpunkt2012.blogspot.com eingestellt hat. Nur geriebene Kartoffeln, etwas Mehl (Kartoffelmehl hatte ich nicht) und Salz, in Fett gebraten. Das Anbraten der Masse müßte ich wohl noch etwas üben...

Schmeckt ganz ok, im echten Notfall bestimmt besser als nur Löwenzahn. ;-)

Samstag, 13. November 2010

vegetarischer Ernährungsversuch

Vor einigen Monaten hatte ich entschieden, mich mal versuchsweise vegetarisch zu ernähren. Darüber wollte ich schon länger mal was schreiben. Heute gibt es ja schon eine größere vegetarische Minderheit als in meiner Jugend. Ein Mitschüler, der die Pizza beim Klassenfest nur ohne Wurst wollte, war da noch ein Exot. Leider gibt es heute immer noch kein flächendeckendes vegetarisches Angebot, wenn man sich außer Haus ernähren muß.

Ich habe es einige Wochen lang nicht zu 100%, aber doch recht konsequent durchgeführt. Dabei habe ich sämtliche Imbisse in der Umgebung meines Arbeitsplatzes auf das verfügbare fleischlose Essen getestet. Ich stellte fest, daß es zwar meistens irgendetwas zu essen gibt, aber weder bewußt als vegetarische Küche gedacht, noch vollwertig oder gar biologisch. Was ist beispielsweise an Weißmehl-Nudeln mit irgendeiner Soße gesund? Ich habe noch nie kapiert, warum Pasta immer gemüsefrei serviert wird, von dem bißchen Tomatenpüree vielleicht abgesehen.

Auf Käse und Ei wollte ich bei meinem Test sowieso nicht verzichten, sonst wären die Möglichkeiten noch eingeschränkter gewesen. Es gibt dort kaum Gerichte, in denen sichtbar viel frisches Gemüse verarbeitet ist, von asiatischer Küche vielleicht mal abgesehen. Meist gibt es leere Kohlenhydrate (Nudeln, Pommes, weißer Reis) und viel Fleisch. Am besten schmeckten mir noch die selbstgekocht aussehenden Suppen eines Anbieters, die ich aber nicht jeden Tag essen möchte. Alle in Frage kommenden Gerichte waren eiweißarm.

Ich versuchte mit Soja-Milch zum Müsli morgens und Tofu oder einem Linsengericht am Abend gegenzusteuern – aber ich esse nicht jeden Tag Müsli, sondern oft nur Brote, wenn es schnell gehen muß, und abends kann ich auch nur selten kochen.

Wenn ich am Wochenende unterwegs bin, braucht es eine kalte oder warme Zwischenmahlzeit, die überall zu kaufen ist, und die praktisch ist, um sie beispielsweise auch im Auto zu essen. Immer nur Käsebrote war mir schnell zu langweilig, und mit vegetarischen Gemüseaufstrichen konnte ich mich bisher leider nicht anfreunden, die schmecken mir nicht. Außerdem gibts die nirgends unterwegs zu kaufen, da bleibt es oft bei fettigem Zeugs von der Tankstelle oder einem Backshop.

Mit Vollzeitberufstätigkeit und meinem in der Freizeit häufig pendelndem Leben ist das schwierig mit gesunder Ernährung. Nach einiger Zeit merkte ich, daß ich Heißhunger auf Eiweiß bekam und sogar Tofu – den ich früher nie mochte – mit großer Begeisterung aß. Es gibt da heutzutage tolle Fertigprodukte. Trotzdem fehlte mir was. Ich fing dann wieder an, sporadisch Wurstaufschnitt zu essen.

Unterdessen wähle ich während der Arbeitswoche wieder öfters fleischhaltige Gerichte, weil die insgesamt einfach mehr Nährstoffe zu haben scheinen. Am Wochenende, sofern ich zu Hause bin, gibt es meist vegetarische Kost, ich liebe Gemüse.

Ich frage mich, ob es einen Zusammenhang zwischen meinen häufiger aggressiven und wütenden Gefühlen am neuen Arbeitsplatz und dem wieder erhöhten Fleischkonsum gibt. Ich merke mittags einfach, daß ich von Gemüsesuppe alleine nicht satt werde, daß ich was Festes brauche. Genügsam Rohkost kauen könnte ich vermutlich nur, wenn ich seelisch völlig ausgeglichen wäre.

Fleischkonsum ist nicht friedlich. Ich habe vor kurzem mehrere Dokumentationen zu Mißständen in der Massentierhaltung gesehen. Alles eigentlich nichts neues für mich, aber doch sehr schockierend. Alleine zu sehen, wie Tausende kleiner noch lebenslustiger Küken wie Ware auf Förderbändern transportiert werden, der „Ausschuß“ wird dabei aussortiert (die sicherlich folgende Tötung wurde nicht gezeigt). Dann werden sie verpackt und verschickt, um ein freudloses Leben ohne Sonnenlicht, natürliche Umgebung und natürliche Sozialkontakte vollindustriell in einer Blechhalle zu fristen. Nennt sich dann Bodenhaltung. Gruselig. Bei Bio-Massentierhaltung ist es gar nicht so sehr viel besser. Das macht nicht nur den Hühnerfleischkonsum, sondern auch den Eierkonsum fragwürdig.

Und dann die ganzen Argumente des Umweltverbrauchs: der amazonische Regenwald wird großflächig abgeholzt für Soja-Plantagen, die dann das genmanipulierte Futter für unser Rindvieh und unsere Schweine liefern. Von der Getreidemenge, die ein Rind für eine Fleischportion verzehrt, können 7 Getreidemahlzeiten hergestellt werden, also Verschwendung von knappen Ressourcen und Luxus.

Die Meere sind auch weitgehend leergefischt, die Aqua-Farmen produzieren große Umweltprobleme und entlasten die Fischpopulationen nicht, weil Fischmehl zur Aufzucht gebraucht wird. Die Fischerei in Europa soll vollkommen industrialisiert werden, kleine Fischerboote werden von der EU verboten, nur noch die riesengroßen Schiffe erlaubt, die alles kaputtfischen und dabei noch den Meeresboden zerstören.

Die Nahrungsmittelindustrie ist unglaublich pervertiert, das fängt leider bei der Tierhaltung oder auch Gemüsezucht schon an, setzt sich über extrem ungesunde Zusatzstoffe und fragwürdige Verarbeitung fort - und das scheint sich in den letzten Jahren noch massiv zu beschleunigen.

Ja, eigentlich sprechen Herz und Seele für eine möglichst vegetarische und möglichst unverarbeitete Ernährung. Nur die Umsetzung ist so schwierig. Immerhin hatte ich seit Monaten kein Stück Fleisch mehr in meinem Kühlschrank, nur Wurst, es geht nicht mehr so blutig zu beim Kochen. (Die Weihnachtsgans wird es aus Tradition trotzdem geben, auch wenn es mir immer schwerer fällt, so ein totes Tier zu handhaben.)

Ein anderer Aspekt: ein naturnahes Leben in Mitteleuropa beinhaltete nach meiner Vermutung neben Getreide, Gemüse und Obst auch Fleisch aus den Wäldern. Soja kommt hier nicht natürlich vor, auch Reis nicht. Wildkräuter und wilde Beeren können den Speiseplan ergänzen. Je weiter man nach Norden kommt (und ich stamme ja halb aus dem hohen Norden), desto größer der Fleischanteil, weil einfach nicht genug Grünes wächst in der kurzen Vegetationsperiode. Aber die Tiere durften wenigstens frei leben, bevor sie getötet wurden, und alle Jägerkulturen hatten Bräuche, die toten Tiere zu ehren, bevor sie geschlachtet wurden.

Ich werde vorerst nicht ganz auf Fleisch und Fisch verzichten, versuche es aber zu begrenzen und Alternativen auszuprobieren. Mehr Hülsenfrüchte wäre gut.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Unruhe

Gestern abend habe ich zwei bis drei Dutzend Nacktschnecken in meinem Garten getötet. Es wurde mir zu viel mit ihnen, sie füllten die Trinkschalen für die Vögel und lösten die Apfelhälften auf, die ich ebenfalls für Vögel oder Igel hingelegt hatte. Ich weiß nicht, ob ich das Recht habe, Schnecken zu töten. Es sind Spanische Wegschnecken, hier nicht heimisch, vermehrungsfreudig und fast ohne natürliche Feinde. Sie gehören nicht in unser Biotop. Trotzdem ist es so barbarisch. Ich habe mich schlecht gefühlt dabei.

Heute ging es mir nicht gut. Ohne ersichtlichen Grund war mir vormittags schon leicht übel, dazu Kopfschmerzen und eine bleierne Müdigkeit. Beim Mittagessen genehmigte ich mir ausnahmsweise etwas Hackfleisch. Fleisch schmeckt einfach herzhafter als das ganze vegane Essen, mit dem ich in den letzten Wochen einige Erfahrungen gesammelt habe. Trotzdem fühlte ich mich nach dem Essen nicht gut. Wie ist das nun mit den Leichen auf meinem Teller? Darf ich die essen oder lieber nicht? Tut es mir gut? Tut es dem Leben gut?

Am Nachmittag, nach der Lektüre einiger erhebender Zeilen auf einer noch recht neu entdeckten Seite (http://www.revolution-2012.com/blog/), fühlte ich mich endlich besser. Und auf dem Weg nach Hause löste sich die Anspannung auf einmal ganz, ich versank kurz im Frieden, die Gedanken lösten sich nahezu auf.

Ich sah einen alten Mann, der wirklich ungewohnt abgerissen aussah, obwohl ich da in der Großstadt vieles wahrnehme: er trug eine dreckige Hose, die vom Oberschenkel bis zu den Knöcheln kaputtgerissen war, es waren eigentlich nur wenige Fetzen Stoff übrig neben einem riesigen Loch. Ich empfand Mitgefühl und versuchte, ihm durch die Scheiben der Bahn etwas Liebe zu senden. Er war in einem der besseren Stadtteile. Was wollte er dort? Er blickte durch einen Zaun auf das Gestrüpp neben der Bahnlinie, so als suche er dort etwas Eßbares. Vielleicht war das auch nur meine Assoziation, weil ich mich derzeit mit Nahrungsbeschaffung aus der Natur befasse.

Später sah ich noch eine Amsel, die in einen Busch am Straßenrand flog, offenbar, um dort nach Beeren zu suchen. Ich liebe Amseln. Später noch zwei Tauben im wilden Kirschbaum in meiner Wohnstraße: diese Kirschen sind köstlich, aber wachsen so hoch, daß ich keine Idee habe, wie ich darangelangen könnte. So verbleiben sie den Vögeln, die es im trockenen Sommer sicher auch nicht so leicht haben, genug Nahrung zu finden.

Das sind so ganz unterschiedliche Eindrücke, die mich heute bewegen. Ich spüre viel innere Unruhe. Ich habe gelesen, daß Ende Juli/Anfang August eine astrologisch sehr unruhige Zeit bevorsteht, möglicherweise ein Kriegsausbruch oder eine große Naturkatastrophe. Ich bin gespannt, ob die Prognose eintrifft – hoffentlich nicht. Aber der scheinbaren Ruhe traue ich auch nicht.

Ob es stimmt, daß die Menschheit vor einem evolutionären Bewußtseinssprung steht? Und wird das alle Menschen betreffen oder nur eine Minderheit?

Ich möchte mich zur Vorbereitung jedenfalls wieder stärker den inneren Konflikten stellen, die hochkommen. Es gibt diesbezüglich so viel zu tun. Z.B. bin ich kaum damit vorangekommen, mich von unnötigem Ballast zu befreien. Derzeit schaffe ich viele Vorräte ins Haus. Auch um dafür mehr Platz zu haben, wäre es sinnvoll, Dinge zu entsorgen, die ich nicht mehr benötige. Ich wäre froh, wenn ich mich damit befassen könnte, anstatt meine Tage im Büro zu verbringen.

Ich hatte eben noch eine spontane Einsicht: ich weiß jetzt, wozu ich Physik bis zum Abitur belegt hatte. Das hilft mir jetzt, bei Begriffen wie "multidimensionaler Raum" oder "Parallel Universen" nicht gleich zu kapitulieren.

Dienstag, 1. Juni 2010

unser tägliches Brot

Heute war nach längerer Pause wieder Meditationskurs. Ich war heute voller Gedanken und voller Unruhe. Habe das akzeptiert und einfach die Gedanken zu Ende gedacht, die sowieso da waren.

Aber einen etwas lichteren Moment hatte ich. Ich sah vor mir einen Brotteig (sicher inspiriert von meinen Backversuchen mit dem Mehl aus meiner neuen Mühle). Und ich teilte vor meinem inneren Auge diesen Brotteig – nein, unterdessen war es ein fertiggebackenes rundes Brot - in zwei Hälften, um herauszufinden, wo denn eigentlich der Kern dieses Brots ist, wo ist das Wesen, das Individuum, was genau schafft hier die Identität?

Und da war es für einen Moment so klar, daß es da überhaupt keinen Kern gibt, nur viele Krümel. Zwischen den Krümeln ist leerer Raum und auch wenn man die Krümel weiter zerkleinern würde, fände man nur leeren Raum. Das wahre Wesen dieses Brots ist Zwischenraum – oder nichts.

Dieses innere Bild, dieser kurze Film war von einem sehr angenehmen wohligen Gefühl begleitet. Schön. Denn vor einigen Monaten, als ich erstmal ein inneres Bild hatte, das vom Nichts handelte, hat es mich noch sehr erschreckt und zu einem Alptraum geführt.

Auf der Rückfahrt hatte ich in der gut gefüllten S-Bahn noch eine intensive Begegnung. Eine abgerissen aussehende junge Frau mit großem Schäferhund (wie beschreibt man das, ohne abwertende Ausdrücke zu benutzen?) wandte sich an mich und bat mich darum, ihr einen Teil des Essens zu schenken, das ich in der Hand trug. Ich lehnte ab, weil ich selber gerade mit viel Appetit dieses Falafelbrot verspeiste, das sich zum Teilen auch überhaupt nicht eignete. Sie wiederholte nochmal mit Nachdruck, daß sie so großen Hunger habe und wandte sich dann enttäuscht ab. Normalerweise habe ich Angst vor großen Hunden und gebe zwar gerne einmal Straßenmusikanten etwas, aber bettelnden Menschen eher nicht, schon gar nicht, wenn diese mich direkt ansprechen.

In dieser Situation war ich nun völlig angstfrei und etwas verlegen, daß ich mein Brot nicht mit ihr teilen wollte. Ich war auch noch mit schweren Taschen behängt und konnte mich kaum bewegen. Aber wenigstens eine Geste wollte ich machen, denn ich spürte, daß sie keine Rolle spielte. Sie hatte wirklich Hunger und anscheinend kein Geld in der Tasche. So fingerte ich unbeholfen in meiner Jackentasche, bis ich zum Glück einen Euro fand.

Das war nun nicht viel, aber ich drückte ihr zumindest diesen Euro in die Hand und lächelte sie an. Und sie gab mir einen unbeschreiblichen Blick zurück. Es war so, als würde ich mir selbst in die Augen sehen. Oder Jesus.

"Was Du dem geringsten meiner Brüder getan hast, das hast Du mir getan."

Sie hat mir in diesem Moment viel mehr geschenkt als ich ihr. Sie stieg unmittelbar danach aus. Ich war noch lange total ergriffen und bereute im nachhinein, daß ich ihr nicht dieses ganze Brot einfach in die Hand gedrückt habe. Denn auf mich wartete ein warmes Zuhause mit gestapelten Vorräten für viele Monate – auf sie vielleicht nur die Straße.

Ich weiß überhaupt nicht, was Armut heißt. Auch nicht, was Hunger heißt.

Es passieren merkwürdige Dinge, seit ich diesen Meditationskurs besuche. Nach dem letzten Mal habe ich meinen vegetarischen Versuch beschlossen, und diesmal hatte ich diese Erfahrung, in der es offenkundig um Teilen ging. Ich soll etwas von meinem "Reichtum" abgeben. Ja, das legt den Finger in eine Wunde. Ich gebe nicht so gerne etwas ab. Und zwar aus Angst, selber nicht genug zu haben. Mein Sicherheits - und Vorsorgedenken hindert mich daran, angemessen großzügig zu sein. Das stelle ich erstmal nur fest. Mal sehen, ob sich daran zukünftig etwas ändert.

"Unser tägliches Brot gib uns heute"

Ich bin dankbar, daß es mir materiell gutgeht.

Donnerstag, 20. Mai 2010

gesunde Ernährung

Endlich habe ich eine Getreidemühle gekauft, das wollte ich schon seit Jahren, habe aber immer die Kosten gescheut. Ich freue mich darauf, aus frisch gemahlenem Mehl Brot backen zu können. Die Zeit dafür möchte ich mir im Alltag irgendwie aus den Rippen schnitzen, denn mehr Selberbacken und Selberkochen führt mich ganz konkret mehr zu mir selbst hin – und weg vom unbewußten Hineinstopfen von Pseudo-Nahrung, die mir mehr schadet als nutzt.

Vor etwa 10 Tagen habe ich den Entschluß gefaßt, eine fleischarme Ernährung auszuprobieren, und es ist jetzt schon ein interessantes Experiment. Früher in meinem Leben habe ich schonmal monatelang weitgehend auf Gewürze verzichtet oder auf Milchprodukte oder auf bestimmte Obstsorten (wegen Allergien), später auch mal Kohlenhydrate stark reduziert. Ich habe aber noch nie für länger als einige Tage auf Fleisch und Wurst verzichtet. Das ist für mich neu.

Ich habe bereits einigen Versuchungen widerstanden und mich neu darüber orientiert, wo ich in meiner Mittagspause vegetarisch essen kann. Das Angebot ist mäßig, vor allem qualitativ nicht gut, so werde ich wohl wieder öfters abends kochen.

Mein Körper sendet mir schon nach so kurzer Zeit positive Signale. Ich fühle mich leichter, das Essen liegt nicht mehr so schwer im Magen. Ich empfinde auch eine stärkere Demut und Bescheidenheit, wenn ich esse. Ich esse bewußter, langsamer und weniger gierig. Für mich ist das das richtige Experiment zur richtigen Zeit.

Dienstag, 11. Mai 2010

Mutter Erde / Ernährung

"Willst Du die Welt verändern, fange bei Dir selber an." Ich weiß nicht, wer diesen Satz geprägt hat, er ist zweifelsohne richtig. Es hängt alles an der eigenen Bewußtheit.

Ich habe heute nach der Meditation eine starke Verbindung zu Mutter Erde gespürt. Mir war bisher nicht bewußt, daß die Erde als Ganzes ein lebender Organismus ist. Nachdem ich das nun ein-/ zweimal irgendwo gelesen habe, spüre ich die Wahrheit in dieser Aussage. Die Erde ist lebendig, sie hat Bewußtsein (oder Bewußtsein hat sie, wie man es sehen will). Ich kann eine Beziehung zu ihr aufnehmen wie zu anderen Lebewesen auch.

Ich empfinde heute tiefen Schmerz über das Leid, das der Erde zugefügt wird und allen Lebewesen, die auf ihr, mit ihr und von ihr leben. Besonders berührt mich das millionenfache Leid unserer Mitgeschöpfe, der Tiere. Ich bin daran mitschuldig, in verschiedener Weise.

Nein, es geht hier nicht um Schuldgefühle, sondern um Mitgefühl. Ich habe heute beschlossen, daß ich meinen Fleisch- und Wurstkonsum stark reduzieren werde, möglichst mal ganz weglassen für einige Wochen. Ich will einmal ausprobieren, wie es mir damit geht, ob ich mich vielleicht auch gesundheitlich besser fühlen werde und ob es meiner Bewußtwerdung einen Schub gibt. Die Zeit scheint für mich reif zu sein. Ich mag keine Tierleichen mehr auf meinem Teller mehr sehen. Ich liebe Tiere.

Fisch werde ich vorerst weiter essen, weil nach meinem Eindruck Fische weniger soziale Lebewesen sind, weniger Bewußtheit haben als Säugetiere oder Vögel, das reduziert mein Unbehagen. Außerdem möchte ich nicht in einen Eiweiß-Mangel geraten. Vor einem Eisen-Mangel habe ich dagegen keine Angst. Den Eisen-Bedarf kann ich bestimmt problemlos mit frischen Wildkräutern decken. Seit einigen Tagen trinke ich regelmäßig einen grünen Smoothie: Wasser, Obst und frische Wildkräuter/Salat gemixt. Das schmeckt erstaunlich gut und ich merke, daß mein Körper danach verlangt.

Am Wochenende hat mir die Waage ein deutliches Warnsignal gesandt: ich nehme seit Jahresbeginn kontinuierlich zu, obwohl ich mich vernünftig (aber konventionell) ernähre. Es ist offenkundig, daß mein Körper mir sagen will, daß ich irgendetwas grundlegend falsch mache in meiner Ernährung (ich bin ja auch stark übergewichtig und an der Grenze zu Diabetes). Ich muß mich grundlegend umstellen. Welcher Weg da für mich der richtige ist, wird sich zeigen.

Die Wildkräuter bekommen mir sehr gut. Beim Sammeln im Garten ist mir klargeworden, welche Fülle die Natur für uns bereitstellt. Allein von Giersch und Löwenzahn wächst bei mir so viel, daß ich das unmöglich alles aufessen könnte, es ist überreichlich.

In Europa ist das Nahrungsangebot so vielfältig, mit pflanzlichen Produkten aus aller Welt, da brauche ich nicht unbedingt Fleisch. Schon oft habe ich darüber nachgedacht, was für mich persönlich wohl die natürliche Ernährung ist. Als Allergikerin kenne ich auch die Nachteile von Vollkornkost, bestimmten Getreidesorten und bestimmten pflanzlichen Inhaltsstoffen, und von meiner genetischen Herkunft her müßte ich mich eigentlich fleisch- und fettreich ernähren, aber aktuell spüre ich, daß ich aus spirituellen Gründen mal ein Experiment starten möchte. Ich probiere es mal aus, dann sehe ich weiter.

Ich glaube, es wird mir guttun, und einen inneren Widerspruch auflösen.

Mittwoch, 7. April 2010

Müdigkeit

Heute habe ich lange und stark konzentriert gearbeitet und bin furchtbar müde. Immerhin habe ich Zeit gefunden, mich nochmal zum Thema Ernährung zu informieren. Ich werde wohl erst eine Entgiftung machen, bevor ich vielleicht eine größere Ernährungsumstellung vornehme (die ich mit geschwächtem Immunsystem vielleicht gar nicht vertragen würde).

Ich hatte es vergessen, daß Allergien aller Art auch durch multiple Umweltbelastungen, denen wir heutzutage alle ausgesetzt sind, entstehen können. Einige meiner Krankheitssymptome, wie z.B. Müdigkeit und Konzentrationsschwäche könnten durchaus auch von außen beeinflußt sein. Nicht für alles trage ich allein die Verantwortung.

Hmhm, paßt das zu meinem neuen spirituellen Weltbild? Ich bin das Leben, genauso wie jeder andere Mensch. Alles geschieht zum Wohle des Ganzen – aber nur, wenn die Beteiligten bewußt genug sind, vermute ich. Einerseits ist alles gut so, wie es ist, aber es gibt ja auch offenkundig negative Entwicklungen wie beispielsweise die Zunahme von Allergieerkrankungen durch Umweltbelastungen. Dafür tragen wir wohl gemeinsam die Verantwortung.

Genauso wie bei meinem Arbeitsproblem werde ich auch bei der Ernährung einen eigenen Weg finden müssen, der sich stimmig anfühlt, und für den das Leben mir Energie schenkt. Am Arbeitsplatz brauchte ich bisher außer meiner Einstellung nichts zu verändern. Bei der Ernährung wird das schwieriger. Vermutlich bleibe ich bei möglichst vollwertiger Mischkost, aber mit bewußterer Nahrungsaufnahme und natürlich Kalorienreduktion.

Dienstag, 6. April 2010

Ernährung

Es gibt noch etwas, das mich aus der inneren Ruhe bringt. Informationsüberflutung zu Themen, für die ich "mal etwas tun müßte". Überhaupt das ganze "Müssen". Da schaltet sich ganz schnell der Moralapostel im Kopf ein, und vorbei ist es mit der Lebensfreude.

Ich finde, das Leben in der heutigen Zivilisationswelt ist unglaublich kompliziert geworden. Die Technik hat mindestens genauso viele Probleme geschaffen, wie sie gelöst hat. Mir scheint sogar, daß die Probleme überwiegen.

Heute bin ich – beileibe nicht zum ersten Mal – auf das Thema Ernährung gestoßen. Eine Rohkost-Seite hat mich angesprungen. Die angeblich gesündeste und am wenigsten Leid unter anderen Lebewesen verursachende Ernährung besteht aus Früchten und Nüssen, ergänzt mit Wildkräutern. Dabei werden keine Lebewesen getötet und auch kaum verletzt. Es wird auf industriell stark veränderte Produkte sowie auf künstliche Chemieprodukte wie Aromastoffe etc. verzichtet, ebenso auf ungesundes denaturierendes Kochen/Braten/Backen, es wird Energie gespart, der Flächenverbrauch der Landwirtschaft wird drastisch reduziert usw. Das sind viele gute Argumente. Aber es erscheint so extrem und nur unter sehr schwierigen Bedingungen durchführbar.

Mich deprimiert es, so etwas zu lesen. Wenn ich meine aktuelle Ernährung (normale Mischkost) mit einem solchen Ideal vergleiche, bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Das ist ein schlechter Ratgeber, denn Schuldgefühle motivieren nie langfristig zu einem anderen Verhalten.

Tatsache ist: ich muß mich dringend um eine Ernährungsumstellung bemühen. Nicht zum ersten Mal. Seit ich zurückdenken kann, habe ich Gewichtsprobleme. Es ärgert mich, denn ich ernähre mich gar nicht sooo ungesund, und ich esse auch nicht übermäßig. Bei meiner Veranlagung und der berufsbedingt mangelnden Bewegung müßte ich aber ständig sehr diszipliniert essen, um mein Gewicht dauerhaft zu reduzieren und dies auch zu halten. Ich habe mich schon mit Dutzenden von Ernährungstheorien befaßt (ohne sie alle auszuprobieren) – und hatte nie das Gefühl, die für mich ultimativ richtige Ernährung gefunden zu haben.

Am besten wäre es, den eigenen Körperinstinkten zu vertrauen – aber die sind ja durch jahrzehntelange Fehlernährung korrumpiert. Der eigene Appetit ist fehlgeleitet, das natürliche Sättigungsgefühl beschädigt. Nahrung ist heutzutage sehr viel Sucht. Beispielsweise ist Weizen stark suchterzeugend, ebenso Milch (außerdem starke Allergieauslöser). Beides verschleimt außerdem den Körper und kann nur sehr schlecht verwertet werden. Ich weiß das alles, aber wer mag sich schon ohne Brot und Milchprodukte ernähren?

Das Leben zeigt mir ganz deutlich, daß meine Nahrung mich krank macht. Ich leide, teilweise seit Jahren, unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten, stark gestörter Darmflora, starkem Übergewicht und Insulinresistenz (Diabetes im Anfangsstadium).

Ich werde es sachte angehen. Fürs erste werde ich den Rohkost-Anteil meiner Nahrung erhöhen sowie Nahrung mit einfachen Kohlenhydraten reduzieren zugunsten von (noch) mehr Gemüse/Vollkornprodukten (komplexe Kohlenhydrate).

Ich kann eine gesteigerte Aufmerksamkeit nicht auf alle meine Problemthemen gleichzeitig lenken, das würde mich überfordern. Aber nachdem es am Arbeitsplatz endlich wieder läuft, steht mehr Bemühen um meine Gesundheit ganz oben auf der Prioritätenliste. Wichtig ist dabei, nicht in eine miesepetrige Verzichts-Philosophie abzugleiten (die wäre ego-gesteuert), sondern mit Lust und Genuß ans Essen zu gehen.

Heute habe ich nach Feierabend zwei Stunden im Garten gearbeitet und dabei mein (leider sehr kleines) Gemüsebeet von Löwenzahn befreit. Diesen habe ich spontan danach zu einem Gemüse verarbeitet. Zusammen mit Kartoffeln und etwas Tomate sehr lecker, auch wenn die Bitterstoffe ungewohnt sind.

Wie kann mir die Selbsterkenntnis bei der Ernährungsumstellung helfen? Mehr Bewußtheit natürlich, um Suchttendenzen sofort zu erkennen und innezuhalten. Weniger Lebensangst, und dadurch hoffentlich auch endlich weniger Notwendigkeit für einen "Schutzpanzer" in Form von Körperfett. Mehr Hinwendung zur geistigen Welt und dadurch weniger Notwendigkeit, durch einen schweren Körper der Materie stark verhaftet zu sein.

Vielleicht zeigt das Leben mir auf die eine oder andere Weise, wie ich mich ernähren soll. Die Pflanzen, die wild in meinem Garten wachsen, sind gewiß ein Zeiger. Löwenzahn soll ja entschlackend und entgiftend sein. Kein schlechter Anfang.

Mit oder ohne freien Willen: ich fühle mich seit einiger Zeit wieder handlungsfähig. "Folge dem Offensichtlichen", gibt Suzanne Segal als Rat. Für mich ist offensichtlich, daß ich mich um meinen Körper / meine Gesundheit stärker bemühen möchte.