Dienstag, 13. April 2010

negative Gedankenschleifen

Ein schrecklicher Tag. Es hat heute absolut nichts so geklappt, wie ich mir das vorgestellt hatte. Entweder das Leben will mir wieder Lektionen erteilen, daß ich keine Kontrolle habe. Aber ich glaube eher, daß ich mir heute selber ein Bein gestellt habe.

Ich habe mich vom Verstand überlisten lassen, der mich aus dem gestrigen Hoch gerne wieder herunterziehen wollte, was ihm auch (temporär) gelungen ist. Stundenlang habe ich mich in negativen Gedankenschleifen über die bevorstehende große Krise verloren. Dabei bringt das überhaupt nichts. Ich bin genug informiert und mehr als bisher werde ich mich vermutlich auch nicht vorbereiten. Also bringen weitere Informationen nichts ein außer schlechter Laune und schlechter Lebensqualität.

Es gab noch ein paar andere Punkte, die mich heute an eine Grenze brachten, Dinge, die ich nur schwer ertragen kann. Es war Wut dabei, und Haß und Ohnmacht. Also denn, ihr lieben "bösen" Gefühle, wenn Ihr Euch mir unbedingt zeigen wollt, dann macht das halt. DAS IST OK!

Ich möchte auch mit Euch im Frieden sein. Es ist alles gut so, wie es ist! Und morgen ist ein neuer Tag.

Erneut hat mir heute abend ein Satsang-Auschnitt geholfen, wieder besser zu mir zurückzufinden. Ich liebe das Leben. Wenn alles immer so funktionieren würde, wie ich mir das vorstelle, wäre es doch total langweilig. ;-)

Montag, 12. April 2010

glückliche Stille

Heute hatte ich im Meditationskurs Gefühle von Freude, durchmischt mit dem gewohnten Schmerz. Es war so, als wolle sich die gestaute und lange unterdrückte Lebensfreude endlich einen Weg an die Oberfläche bahnen, und der Schmerz war auch eher die Erleichterung, daß ich jetzt so dicht dran bin.

Die Gedanken und Gefühle drängen sich immer um die kurzen Momente der Stille. Meine Konzentration ist noch schwach. Ich spüre die innere Leere und Weite, aber ein Teil meiner Aufmerksamkeit ist meist auch bei dem Geschwätz im Kopf, auch wenn es langsam weniger wird, vor allem weniger aufdringlich wird.

"Je leerer es wird, desto schöner wird es", durchschoß es mich heute. Worte sind leider viel zu flach, um das auszudrücken, was ich wahrnehme, wenn ich zur Ruhe komme. Die Wahrheit kann allenfalls darin mitschwingen - wenn die Worte von Herzen kommen.

Das innere Lächeln, der innere Frieden war sehr stark und ist heute abend anhaltend bei mir.

Zu Hause habe ich einen Satsang-Mitschnitt gesehen und mich ein wenig über die kopfigen Fragen gewundert. In meiner heutigen Stimmung würde ich bei einem solchen Anlaß nur die Stille und das Zusammensein genießen wollen, für Alltagsprobleme wäre da kein Platz. Aber andere Menschen, andere Lebenssituationen, andere Bedürfnisse, das ist ok.

Ich habe mein ganzes Leben lang diese kostbaren Momente der Stille gesucht, ohne zu wissen, WAS genau ich suche. Leider hat mir bis vor wenigen Monaten niemand erklärt, wie die Zusammenhänge sind, sonst hätte ich schon viel früher zu mir selbst zurückgefunden.

Wenn früher in dem Chor, in dem ich einige Jahre lang mitsang, Taizé—Lieder gesungen wurden, habe ich die meditative Melodieführung und Ruhe genossen – dem Chorleiter war das dagegen zu langweilig, und so wurde zu hastig gesungen, zu wenige Wiederholungen, oder andere Formen von Abwechslung hineingebracht, um die es doch gerade NICHT geht! Selbst auf offiziellen Taizé-CDs, die ich neulich bestellte, haben Solisten die stimmliche Oberhand und zerstören meines Erachtens gerade das Meditative, das Stille, das Heilige.

Ich war auch einmal in Taizé selbst, vor vielen Jahren. Ich habe das gemeinsame meditative Singen in der Kirche genossen, aber auch da störten dann zu viele Unterbrechungen den Frieden. Ich verstand damals nicht, warum viele Besucher die Stille nicht genießen konnten und sich auf dem Gelände über so belangloses Zeug unterhielten. Später suchte ich nach Taizé-Gruppen in Deutschland, aber hier war die meditative Stille erst recht nicht wiederzufinden, es wurde zu viel „geschwätzt“ (d.h. wohlmeinend gebetet, aber eben mit Worten, die doch nur störten). Ich habe damals leider nicht gewußt, was genau dieses intensive Glücksgefühl auslöst.

Dabei ist es so „einfach“. Man muß „nur“ aus dem Verstand rausgehen und schon wächst dieses Gefühl von innerem Frieden, manchmal gesteigert bis zur Ekstase. Ich war auch mal vor sehr langer Zeit bei einem Taizé-Jugendtreffen in einer Großstadt. Zwischen etwa 100.000 Teilnehmern gab es nach meiner Erinnerung vielleicht 50 junge Menschen, die eine Woche lang geschwiegen haben, ich war dabei. Das war eine unglaublich irre Erfahrung: ich war mittendrin in Menschenmassen in verstopfen U-Bahnen, auf dem Messegelände, wo in großen Hallen die Gebete stattfanden, auf Parkdecks und in Parks, wo die einfachen Essenrationen bei –18°C unter freiem Himmel ausgegeben wurden. Ich war dabei in meinem eigenen Mikrokosmos, weil ich eisern geschwiegen habe. Ich war so unglaublich glücklich, es war Ekstase pur. Das war vermutlich die beste Woche meines Lebens, sogar noch ein wenig besser als Verliebtsein (weil völlig frei von quälender Sehnsucht).

Aus heutiger Sicht würde ich sagen: das war meine erste Erleuchtungserfahrung, ich hatte nur leider überhaupt keine Ahnung, daß es so etwas gibt und erst recht nicht, was das sein könnte.

Die Kirche enttäuschte mich nachfolgend immer mehr, zu selten fand ich dort, was ich suchte. Zudem schaltete der Verstand sich ein und kritisierte berechtigterweise diverse Mißstände im Kirchenapparat. Ich trat aus der Kirche aus (mit Überzeugung) und verlor leider mit der Zeit auch den inneren Frieden.

Von meinem Weltbild und Menschenbild bin ich tatsächlich bis zur äußersten Gottferne gegangen, bevor der Punkt der Umkehr kam: ich glaubte, ich müsse mich im Interesse der Freiheit mit dem materialistischen Gedanken anfreunden, daß unsere Erde nur eine massive Kugel abbaubarer Rohstoffe ist, an deren Oberfläche wir gerade mal gekratzt haben und die einfach weiter zerstört und kaputtgenutzt werden kann.

Das tat mir selber sehr weh, aber ich glaubte damals (vor etwa zwei Jahren), zur Freiheit des Individuums gehöre der Abschied von jeder Naturträumerei dazu. Gott sei Dank habe ich dann wohl gespürt, daß das NICHT die Wahrheit sein kann.

Heute weiß ich wieder: Mutter Erde ist lebendig, so wie alles in diesem wunderschönen Universum. Gott sei Dank habe ich auch die Phase hinter mir, in der mir alles nur noch wie ein leerer hohler Traum erschien, bar jeder Substanz. Wir dürfen unser materielles Leben genießen, und wir dürfen auch die Schätze der Welt nutzen, aber ohne sie dabei nachhaltig zu zerstören.

Viele Menschen suchen unberührte Natur. Vermutlich geht es den meisten dabei so, wie es mir jahrelang ging: sie wissen nicht, was sie suchen. Heute weiß ich: sie suchen diese Augenblicke der tiefen inneren Verbindung, wenn das, was wir vermeintlich außen wahrnehmen, uns sanft zu uns selbst zurückführt, so daß wir zumindest ahnend diese innere Tiefe spüren, aus der alles kommt, auch wir selbst.

Ich lese bei verschiedenen spirituellen Autoren, daß nach einer ersten Erleuchtungserfahrung eine fortwährende Vertiefung der Erfahrung möglich ist, die niemals ein Ende erreicht, weil es immer noch weitergeht. Ich bin unglaublich dankbar, daß ich vermutlich erst in der Mitte meines Lebens bin und noch so viele weitere Lebensjahre vor mir habe, in denen ich diese Stille vertiefen kann. Ich erfreue mich an meinem Leben. Ich freue mich JETZT! Ich bin sehr glücklich!

Sonntag, 11. April 2010

Gartenarbeit

Heute habe ich einige Zeit im Garten gearbeitet, vor allem vertrocknetes Laub, kleine Äste und Zapfen unter meinen Büschen herausgerecht. Es wird Zeit, denn das sprießende frische Grün kann beim Rechen leicht verletzt werden.

Ich habe gemerkt, wie gut es mir tut, auch im Garten mal ein wenig zu „entrümpeln“. Ich habe auch einige Plastik-Anzuchtschalen, die völlig von Efeu überwuchert waren, herausgezogen und zum Entsorgen bereitgelegt. Auch im Garten habe ich einen Sammeltick. Alles, was nochmal gebraucht werden könnte, hebe ich auf. Das ist ressourcenschonend, aber ich übertreibe es damit.

Die Natur ist natürlich nie „aufgeräumt“ nach menschlichem Maßstab, sondern im Gegenteil gehören Totes und Lebendiges dicht zusammen, und die Natur schafft eher eine kreative Unordnung, die wahrhaft schön ist. In meinem Garten würde ich am liebsten auch alles wild wachsen lassen, das geht aber leider nicht auf kleiner Fläche. Schon die notwendige Rücksichtnahme auf die Nachbarn verhindert das.

Äußerst ungern schneide ich an lebenden Pflanzen herum, was häufig notwendig ist. Und noch schwerer fällt es mir, eine Pflanze regelrecht zu töten, indem ich sie herausreiße, was insbesondere bei Baumschößlingen notwendig ist. Oft lasse ich die Zufallssämlinge einige Jahre lang stehen und erfreue mich beispielsweise an Eichenlaub, unter dem kritischen Blick der Nachbarn. Bevor der Baum richtig tief wurzelt, muß er dann leider doch entfernt werden.

In meinen ersten Gartenjahren habe ich sehr viele Gartenbücher gelesen, viele Pflanzpläne gezeichnet und mir vorgestellt, wie alles werden soll. Ich mußte lernen, daß die Natur nicht so will, wie ich will. Manches wächst, was ich lieber nicht so üppig hätte (z.B. Giersch), anderes, was ich gerne hätte, wächst gar nicht. Ich habe auch gelernt, daß Natur sich ständig wandelt – nicht nur jahreszeitenbezogen, auch durch Wachstum und Sterben. Wenn eine Buschreihe endlich einen guten Sichtschutz in Augenhöhe gab, hätte ich sie am liebsten für immer so konserviert. Aber das ist unmöglich, und einige Jahre später sehe ich auf nackte Stämme, während das Laub weiter oben zu finden ist.

Die Natur ist eine gute Lehrmeisterin für die Selbsterkenntnis. Um eine harmonische Einheit in meinem Garten herzustellen, ist es hilfreich, wenn ich mein Ego zurücknehme und stattdessen versuche, mich in Pflanzen und Tiere und deren Bedürfnisse einzufühlen. Die „unaufgeräumten“ Ecken sind hervorragende Winterquartiere für Igel, die mich Jahr für Jahr beglücken, das bodendichte Gestrüpp bietet Amseln Schutz, manche Beeren, die für Menschen giftig sind, werden von Vögeln gerne angenommen.

Was ich mit Liebe pflanze und umsorge, wächst manchmal ganz hervorragend, manchmal aber auch nicht. Und Töpfe, die lieblos jahrelang unbeachtet herumstehen und deren Tonschale schon völlig zerfallen ist, beherbergen immer noch tapfer lebende Pflanzen, die mich ständig mahnen, mich doch um sie zu kümmern.

Ich möchte gerne in diesem Gartenjahr die angesammelten „Altlasten“ an verschimmeltem Rindenmulch, zerbrochenen Töpfen etc. entsorgen und bei den Pflanzen entscheiden, was bleiben darf und auch umsorgt wird, und was leider sterben muß, weil es bei mir keinen Platz findet. Etwas mehr Klarheit in meinem Garten würde mir guttun.

Daß nichts bleibt, wie es ist, wird mir der Garten dabei immer wieder zeigen. Im Garten (wie im Leben) ist man nie „fertig“.

Mittwoch, 7. April 2010

Müdigkeit

Heute habe ich lange und stark konzentriert gearbeitet und bin furchtbar müde. Immerhin habe ich Zeit gefunden, mich nochmal zum Thema Ernährung zu informieren. Ich werde wohl erst eine Entgiftung machen, bevor ich vielleicht eine größere Ernährungsumstellung vornehme (die ich mit geschwächtem Immunsystem vielleicht gar nicht vertragen würde).

Ich hatte es vergessen, daß Allergien aller Art auch durch multiple Umweltbelastungen, denen wir heutzutage alle ausgesetzt sind, entstehen können. Einige meiner Krankheitssymptome, wie z.B. Müdigkeit und Konzentrationsschwäche könnten durchaus auch von außen beeinflußt sein. Nicht für alles trage ich allein die Verantwortung.

Hmhm, paßt das zu meinem neuen spirituellen Weltbild? Ich bin das Leben, genauso wie jeder andere Mensch. Alles geschieht zum Wohle des Ganzen – aber nur, wenn die Beteiligten bewußt genug sind, vermute ich. Einerseits ist alles gut so, wie es ist, aber es gibt ja auch offenkundig negative Entwicklungen wie beispielsweise die Zunahme von Allergieerkrankungen durch Umweltbelastungen. Dafür tragen wir wohl gemeinsam die Verantwortung.

Genauso wie bei meinem Arbeitsproblem werde ich auch bei der Ernährung einen eigenen Weg finden müssen, der sich stimmig anfühlt, und für den das Leben mir Energie schenkt. Am Arbeitsplatz brauchte ich bisher außer meiner Einstellung nichts zu verändern. Bei der Ernährung wird das schwieriger. Vermutlich bleibe ich bei möglichst vollwertiger Mischkost, aber mit bewußterer Nahrungsaufnahme und natürlich Kalorienreduktion.

Dienstag, 6. April 2010

Ernährung

Es gibt noch etwas, das mich aus der inneren Ruhe bringt. Informationsüberflutung zu Themen, für die ich "mal etwas tun müßte". Überhaupt das ganze "Müssen". Da schaltet sich ganz schnell der Moralapostel im Kopf ein, und vorbei ist es mit der Lebensfreude.

Ich finde, das Leben in der heutigen Zivilisationswelt ist unglaublich kompliziert geworden. Die Technik hat mindestens genauso viele Probleme geschaffen, wie sie gelöst hat. Mir scheint sogar, daß die Probleme überwiegen.

Heute bin ich – beileibe nicht zum ersten Mal – auf das Thema Ernährung gestoßen. Eine Rohkost-Seite hat mich angesprungen. Die angeblich gesündeste und am wenigsten Leid unter anderen Lebewesen verursachende Ernährung besteht aus Früchten und Nüssen, ergänzt mit Wildkräutern. Dabei werden keine Lebewesen getötet und auch kaum verletzt. Es wird auf industriell stark veränderte Produkte sowie auf künstliche Chemieprodukte wie Aromastoffe etc. verzichtet, ebenso auf ungesundes denaturierendes Kochen/Braten/Backen, es wird Energie gespart, der Flächenverbrauch der Landwirtschaft wird drastisch reduziert usw. Das sind viele gute Argumente. Aber es erscheint so extrem und nur unter sehr schwierigen Bedingungen durchführbar.

Mich deprimiert es, so etwas zu lesen. Wenn ich meine aktuelle Ernährung (normale Mischkost) mit einem solchen Ideal vergleiche, bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Das ist ein schlechter Ratgeber, denn Schuldgefühle motivieren nie langfristig zu einem anderen Verhalten.

Tatsache ist: ich muß mich dringend um eine Ernährungsumstellung bemühen. Nicht zum ersten Mal. Seit ich zurückdenken kann, habe ich Gewichtsprobleme. Es ärgert mich, denn ich ernähre mich gar nicht sooo ungesund, und ich esse auch nicht übermäßig. Bei meiner Veranlagung und der berufsbedingt mangelnden Bewegung müßte ich aber ständig sehr diszipliniert essen, um mein Gewicht dauerhaft zu reduzieren und dies auch zu halten. Ich habe mich schon mit Dutzenden von Ernährungstheorien befaßt (ohne sie alle auszuprobieren) – und hatte nie das Gefühl, die für mich ultimativ richtige Ernährung gefunden zu haben.

Am besten wäre es, den eigenen Körperinstinkten zu vertrauen – aber die sind ja durch jahrzehntelange Fehlernährung korrumpiert. Der eigene Appetit ist fehlgeleitet, das natürliche Sättigungsgefühl beschädigt. Nahrung ist heutzutage sehr viel Sucht. Beispielsweise ist Weizen stark suchterzeugend, ebenso Milch (außerdem starke Allergieauslöser). Beides verschleimt außerdem den Körper und kann nur sehr schlecht verwertet werden. Ich weiß das alles, aber wer mag sich schon ohne Brot und Milchprodukte ernähren?

Das Leben zeigt mir ganz deutlich, daß meine Nahrung mich krank macht. Ich leide, teilweise seit Jahren, unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten, stark gestörter Darmflora, starkem Übergewicht und Insulinresistenz (Diabetes im Anfangsstadium).

Ich werde es sachte angehen. Fürs erste werde ich den Rohkost-Anteil meiner Nahrung erhöhen sowie Nahrung mit einfachen Kohlenhydraten reduzieren zugunsten von (noch) mehr Gemüse/Vollkornprodukten (komplexe Kohlenhydrate).

Ich kann eine gesteigerte Aufmerksamkeit nicht auf alle meine Problemthemen gleichzeitig lenken, das würde mich überfordern. Aber nachdem es am Arbeitsplatz endlich wieder läuft, steht mehr Bemühen um meine Gesundheit ganz oben auf der Prioritätenliste. Wichtig ist dabei, nicht in eine miesepetrige Verzichts-Philosophie abzugleiten (die wäre ego-gesteuert), sondern mit Lust und Genuß ans Essen zu gehen.

Heute habe ich nach Feierabend zwei Stunden im Garten gearbeitet und dabei mein (leider sehr kleines) Gemüsebeet von Löwenzahn befreit. Diesen habe ich spontan danach zu einem Gemüse verarbeitet. Zusammen mit Kartoffeln und etwas Tomate sehr lecker, auch wenn die Bitterstoffe ungewohnt sind.

Wie kann mir die Selbsterkenntnis bei der Ernährungsumstellung helfen? Mehr Bewußtheit natürlich, um Suchttendenzen sofort zu erkennen und innezuhalten. Weniger Lebensangst, und dadurch hoffentlich auch endlich weniger Notwendigkeit für einen "Schutzpanzer" in Form von Körperfett. Mehr Hinwendung zur geistigen Welt und dadurch weniger Notwendigkeit, durch einen schweren Körper der Materie stark verhaftet zu sein.

Vielleicht zeigt das Leben mir auf die eine oder andere Weise, wie ich mich ernähren soll. Die Pflanzen, die wild in meinem Garten wachsen, sind gewiß ein Zeiger. Löwenzahn soll ja entschlackend und entgiftend sein. Kein schlechter Anfang.

Mit oder ohne freien Willen: ich fühle mich seit einiger Zeit wieder handlungsfähig. "Folge dem Offensichtlichen", gibt Suzanne Segal als Rat. Für mich ist offensichtlich, daß ich mich um meinen Körper / meine Gesundheit stärker bemühen möchte.

Montag, 5. April 2010

Sinn des Lebens

Der innere Sinn eines Menschenlebens in der heutigen Zeit ist es zu erwachen – behauptet Eckhart Tolle („Eine neue Erde“). Und der äußere Sinn jedes Menschenlebens ist es, mit dem inneren Sinn im Einklang zu sein, und das bedeutet: möglichst in jedem einzelnen Moment voll bewußt und im JETZT anwesend zu sein. Das Jetzt zerstört das Ego, und durch die eigene Bewußtheit fließt Bewußtheit in die Handlung und damit in die Außenwelt. Das Jetzt ist das Tor für den eigenen Eintritt in die Ewigkeit – und umgekehrt fü den Eintritt der Ewigkeit in die Außenwelt.

Ich kann mit diesen Aussagen viel anfangen. Bei mir ist der Erwachensprozeß seit mindestens einigen Monaten im Gange. Da ich schon tiefe Erfahrungen von Präsenz machen durfte, vertieft jede weitere spirituelle Lektüre meine Erfahrung. Es zieht mich nicht mehr in den Kopf/ins Ego, sondern im Gegenteil ins Herz. Mich stärkt solche Lektüre also, auch die kurzen Video-Ausschnitte von vielen spirituellen Lehrern auf www.jetzt-tv.net helfen mir, tiefer in die Stille zu gelangen.

Das Osterfest war für mich sehr still und friedlich, gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin. Ich habe viel über Leben und Tod nachgedacht, und immer wieder ins Jetzt hineingespürt.

Der Haupt-Ablenkungsfaktor bei mir sind meine Beziehungen zu anderen Menschen – und dabei habe ich zahlenmäßig nur sehr wenige Beziehungen. Ich stelle aber fest, daß kreisende Gedanken sich meistens auf den inneren Dialog mit einem anderen Menschen beziehen. Ich käue dann Situationen immer wieder neu durch, die ich mit diesem Menschen erlebt habe, oder stelle mir zukünftige Situationen vor, spiele Dialoge in der Zukunft durch. Ich schreibe sozusagen ein Drehbuch für meine Beziehungen. Das ist natürlich völlig absurd, denn nie kann ich vorhersehen, wie der andere reagieren wird (und auch nicht, wie ich selbst mich verhalten werde). Aber das scheint noch eine meiner verbliebenen Hauptmacken zu sein, die mich immer wieder ins Ego reinziehen.

Was ich auch nicht gut vertragen kann: wenn irgendetwas nicht funktioniert, z.B. am Auto etwas ungewohnte Geräusche macht oder wie seit einigen Wochen, unangenehme unerklärliche Gerüche absondert. Davon bekomme ich sehr schlecht Distanz.

Es ist aber seltener geworden, daß ich mich komplett in ein Geschehen hineinziehen lasse und mich selbst in der Identifikation vergesse. Zumindest auf die Beobachter-Position kann ich mich fast immer zurückziehen. Dann beobachte ich das zerrende Ego und die kreisenden Gedanken, manchmal amüsiert, manchmal auch genervt, aber immerhin weiß ich dabei: "das bin nicht ich".

Es geht mir gut, ich habe immer wieder diesen stillen inneren Frieden und ein mal ganz leises, mal etwas lauteres Glücksgefühl. :-)

Ich bin davon überzeugt, daß sich die vorhandenen Problemfelder in meinem praktischen Leben nach und nach auflösen werden, wenn ich Bewußtheit hineinlenke.

Donnerstag, 1. April 2010

Tod

Es ist merkwürdig. Ich habe vermutet, daß ich mich bald nochmal mit dem Tod auseinandersetzen muß. Jetzt kommt das Thema von außen auf mich zu. Ein Todesfall in meinem näheren Umfeld. Ich bin nicht direkt von Trauer betroffen, da ich diesen Menschen überwiegend nur aus Erzählungen kannte, nicht persönlich.

Es berührt mich dennoch stark - mit einer Mischung aus Schmerz und tiefem Frieden. Der Tod ist nicht nur ein Schreckgespenst - er hat auch etwas Heiliges und Friedvolles.

Was stirbt, wenn ein Mensch stirbt? Das Ego.

Was bleibt, was lebt ewig weiter? Das, was wir in Wirklichkeit alle sind. Aber vorstellen kann ich (Ego) mir das nicht. ;-)

Der Tod ist ein Zeiger für das Leben. Er mahnt die Lebenden, wahrhaftig zu leben. Er erinnert die Lebenden an ihre Sterblichkeit.

Angesichts des Todes ist vieles so furchtbar unwichtig. Das habe ich heute sehr stark wahrgenommen. Dabei konnte ich heute sehr konzentriert arbeiten - im Bewußtsein, wie unwichtig das alles ist.

Zwischen stark aufgewühlten Gefühlen empfand ich heute auch einen tiefen inneren Frieden. Letzteres überwiegt.