Donnerstag, 29. April 2010

Gefängnis

Heute war ein anstrengender und langer Arbeitstag mit wenig Gelegenheit zur Selbstbesinnung. Immerhin gibt es mir ein gutes Gefühl, wenn ich am Arbeitsplatz mein bestes gegeben habe, um aus einem furchtbaren Datenchaos doch noch irgendwie halbwegs plausible Auswertungen zu erstellen. Für das Datenchaos bin ich nicht verantwortlich, das kann ich nur aufzeigen und Verbesserungsvorschläge machen.

Hier wie anderswo ist das Fundament total morsch, aber in dem darauf errichteten Hochhaus sitzen Menschen in der obersten Etage und finden sich und das Gebäude ganz toll. Bis zum drohenden Einsturz.

Nachtragen möchte ich noch, daß ich gestern einen systemkritischen Artikel gelesen habe, der mich richtig getroffen hat. Ich halte mich ja schon für gut aufgeklärt und recht bewußt, aber sooo deutlich habe ich es bisher nicht gesehen, daß wir nur wie Vieh gehalten werden, das zugunsten einiger weniger Menschen ausgebeutet wird.

Hier, absolut lesenswert:

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/04/freiheit-ist-sklaverei-und-sklaverei.html

Das Gefängnis ist nicht nur in mir, wo das Ego mich einsperrt und einengt, sondern das Gefängnis ist auch in der Außenwelt. Ich sehe es immer deutlicher. Sich daraus zu befreien, ist ein langer und mühsamer Weg und als Einzelkämpfer kaum zu erreichen. Wer schafft es schon, beispielsweise alle Verstrickungen mit dem sogenannten Sozialstaat zu lösen und sich aus diesem Ausbeutungs-System vollständig zu verabschieden? Es ginge nur, wenn man illegal in diesem Land leben würde. Und das ist für mich keine Option.

Ich hatte gerade die Idee, daß es neben dem eigenen Ego vielleicht auch noch so etwas wie ein Menschheits- oder Gesellschafts-Ego gibt. Ich hoffe ja, daß es noch zu meinen Lebzeiten zu einer deutlichen Bewußtseinsveränderung der Mehrheit der Menschen kommen wird, aber vorher scheint ein gewaltiger Crash auf allen Ebenen unvermeidlich. Jedenfalls reicht es nicht, wenn ich mich nur um das Schrumpfen meines eigenen Egos bemühe, die Augen vor der Realität der Außenwelt darf ich nicht verschließen.

Wer die Seite noch nicht kennt. Fundierte Infos zu den Hintergründen der Wirtschaftskrise gibt es hier:

www.radio-reschke.de

Dienstag, 27. April 2010

Verletzlichkeit

Heute morgen fühlte ich mich sehr dünnhäutig und verletzlich. Es war auch viel Schmerz da, nicht verzweifelt/herzzerreißend, sondern mehr sanft. Es ist tragisch, daß irgend so ein in der frühen Kindheit aufgebautes Muster das ganze Leben bestimmen und verzerren kann.

Die Welt ist nicht mein Feind. Andere Menschen sind nicht meine Feinde. Wir sehnen uns alle nach den gleichen Dingen, nach Frieden und nach Glück. Und jeder versucht nach seinen Möglichkeiten, das beste zu machen.

Ich will versuchen, meinen Kindheitsschmerz zu heilen, damit er nicht zum Auslöser für weiteren Schmerz wird – bei mir oder bei Menschen, mit denen ich Kontakt habe.

Diese Maske hat mich so unglaublich behindert, mein ganzes Leben lang. Immer habe ich meinen Schmerz und die Verlassenheit hinter einem aufgesetzten „ich bin was besseres“ versteckt. Ich habe mich insbesondere in Gruppen (Schule, Beruf) immer abgesetzt und abgegrenzt. Das war so furchtbar unnötig. D.h. es war nötig, weil ich anders nicht überleben konnte. Aber jetzt ist es unnötig. Ich brauche diese Maske nicht mehr. Ich will sie ablegen.

*****************

Den Tag über hatte ich dann viel kreative Energie und habe mich mit verschiedenen Dingen beschäftigt, die mich teilweise aber auch ein wenig von mir abgelenkt haben. Wenn ich nicht aufpasse, wird es zu einer mehr außengesteuerten Kopf-Energie, die mein eigentliches Sein zudeckt.

Nachdem ich heute abend wieder zur Ruhe gekommen bin, ist der Schmerz prompt zurückgekehrt. Ich habe eben wieder die Lichtmeditation von gestern wiederholt. Diesmal war sie nicht so kraftvoll. Das erlebe ich oft: wenn ich etwas neues ausprobiere, habe ich dafür ganz viel Energie und Aufmerksamkeit und erfahre sehr viel Gutes. Bei einer Wiederholung ist vermutlich meine Aufmerksamkeit schwächer (oder eine falsche Erwartungshaltung zu groß oder die offene hingebungsvolle Neugier schwächer), und so wirkt es weniger.

Wie gut, daß ich unterdessen weiß, daß ich spätestens im Tiefschlaf wieder ganz bei mir selbst bin und mich erholen kann vom Kopf-Streß.

Montag, 26. April 2010

Heilung

Worte sind eigentlich untauglich, um Erfahrungen auszudrücken, ich mache jetzt dennoch einen Versuch. Ich habe jetzt eine ganze Zeitlang auf dem Sofa gelegen, Zimt-Tee getrunken, stille Mantren-Musik gehört und meinen blauen Schutzkreis visualisiert.

Ich beneide immer die Menschen, die sehr konkrete Bilder sehen oder Stimmen hören. Bei mir sind es eher Empfindungen, ein Gefühl von „ich weiß es jetzt“. Also, ich weiß jetzt, daß mich ein Schutz-Engel begleitet, den ich viele Jahre lang völlig ignoriert habe. Ich bereue es so, ich weine heute Tränen der Reue und der Dankbarkeit. Ich habe so lange einfach nicht hingespürt, war zu blockiert, dabei war er (oder sie) die ganze Zeit da und hat über mich gewacht.

Ich weiß jetzt auch wieder, daß ich immer von göttlicher Liebe eingehüllt bin. Es liegt nur an mir, wenn ich sie nicht wahrnehme. Liebe ist immer da. Nur meine Ego-Blockaden hindern mich an der Wahrnehmung. Und meine mangelnde Offenheit und Aufnahmebereitschaft.

Auch in dem Kindheitserlebnis, das ich als traumatisch erinnere, war ich behütet. Es ist nichts wirklich schlimmes passiert, es war nur eine notwendige Operation, die ich als Kind nicht verstehen konnte. Ich habe mich nochmal in die Situation zurückversetzt und versucht, sie anzunehmen in dem Bewußtsein, daß ich sicher und geborgen bin – und geliebt. Das gelang mir gut.

Dann fühlte ich das Bedürfnis, den Schmerz in meinem Bauch zu heilen, der von dem Operationserlebnis zurückgeblieben ist. Ich spürte, daß blaues Licht hier nicht das richtige ist. Weißes Licht war richtig. Vor einigen Monaten habe ich den Schmerz einmal als schwarzen Knoten wahrgenommen, und heute durchströmte weißes Licht und viel Liebe meinen Bauch, den ich dabei mit der Hand hielt. Weißes heilendes Licht in meinem Bauch und blaues schützendes Licht um mich herum.

Das hat sehr gutgetan. Es wirkte heilend. Ich fühle mich jetzt wieder gut bei mir und im Frieden, noch etwas zittrig, aber er ist wieder da. Weil es so schön war, blieb ich noch lange liegen. Bei Bedarf werde ich diese Meditation wiederholen.

Wut als Geschenk

Ich bin frei. Keine Erfahrung kann mich wirklich beeinträchtigen, auch eine schmerzhafte nicht. Gerade jetzt fühle ich mich nicht sehr frei, aber ich weiß, ich bin es.

Heute hatte ich wieder viel mit meiner unterdrückten Wut-Energie zu tun, die ich gestern auch im schreibenden Ausdruck (nach dem Blog-Beitrag) nur teilweise lösen konnte. Ich schleppte die Wut auch mit zum Meditationskurs und verlor mich immer wieder in den Gedanken. Parallel konnte ich mich dennoch auch auf die Lichtmeditation einlassen: blaues Licht aus dem Universum, das wir mit einer mondsichelförmigen silbernen Schale auffangen und in uns aufnehmen. Ich ließ mich von diesem blauen Licht ganz umhüllen.

Erst danach erfuhr ich, daß blaues Licht für Klärung steht. Das paßt ja prima, Klärung kann ich gerade gut gebrauchen. Ich bekam dann noch eine spezielle Hilfestellung: ein Ring aus blauem Licht, der mich umkreist, mich schützt und mir hilft, meine Energie bei mir zu behalten. Das wirkte sofort: Schutz, Trost, Halt, Geborgenheit, „ich bin ich“, „ich brauche niemanden“, „ich bin rund und ganz, vollständig, mir fehlt nichts“. Bei mir wurde der Ring gleich zu einer ganzen Kugel, damit ich auch rundum geschützt bin.

Ich werde diese Meditation jetzt so oft wiederholen, bis ich meine Wut-Energie befriedet habe oder sie anderswie transformieren kann. Auf der Rückfahrt hatte ich noch die Idee: ich muß die hilflose Wut annehmen, statt sie loswerden zu wollen. Auch bei diesem Impuls spürte ich sofort, daß er heilend wirken wird, wenn ich mich ganz darauf einlasse. Dafür will ich mir noch heute abend Zeit nehmen.

Da ich gerade den passenden Anlaß habe, diese Wut ganz zu spüren, will ich die Chance nutzen. Es ist ein Geschenk.

hilflose Wut

Heute bin ich nochmal so richtig tief in ein Loch gefallen. Es ging mir eh schon nicht so gut, und dann gab es ein Ereignis von außen, was mich völlig ausknockte. Es dauerte ein paar Stunden mit quälenden Gedanken-/Gefühlskreisen von Enttäuschung, Ohnmacht und hilfloser Wut, bis mir wieder einfiel, daß ich diesem Gefühl mal über die Körperempfindung auf den Grund gehen wollte.

Diese Gedankenschleifen verhindern das normalerweise. Sie verhindern, daß das Gefühl vollständig gefühlt wird, das habe ich heute sehr deutlich wahrgenommen. Ich konzentrierte mich also auf das Gefühl hinter dem Gefühl. Es fühlte sich an wie eine komplett zugeschnürte Kehle, kein freies Atmen möglich und kein freier Ausdruck.

Es fiel mir sehr schwer, mit der Konzentration dabeizubleiben, immer wieder setzten sich die negativen Gedankenschleifen durch. Es gelang mir auch nicht so richtig, dieses Gefühl aufzulösen. Jedenfalls stellte ich fest, daß dieses Gefühl für mich wohl das allerschlimmste ist.

Es ist ein völliges Ausgeliefertsein, völlige Hilflosigkeit. Und dabei die Unmöglichkeit, über Wut / Aggression etwas auszuagieren. Die Kehle ist wie zugeschnürt, d.h. ich ersticke an meiner Wut, die ich nicht ausdrücken kann/darf.

Ah, da habe ich gerade eine Eingebung. Ich muß der Wut Ausdruck verleihen, das werde ich gleich noch schriftlich tun. Aber besser nicht-öffentlich. Vielleicht löst das die Erstickung.

Sonntag, 25. April 2010

Stimmungstief

Nach einem sonnigen Tag mit einem Ausflug in einen Pflanzenpark habe ich heute morgen einige Kräuter im Garten ausgepflanzt. Das Selberziehen klappt meistens nicht, und auch die gestern gekauften Pflanzen sahen heute schon schlapp aus. Sie mögen anscheinend nicht, wenn die Sonne die Erde in den schwarzen Töpfen stark erwärmt.

Den Löwenzahn, der das Beet zuvor bewuchs, habe ich anschließend zum Frühstück gegessen: in der Pfanne angebraten mit Tomate und Schafskäse schmeckt das erstaunlich gut. Einige Handvoll Löwenzahnblätter habe ich auch zum Trocknen in die Sonne gelegt – für Kräutertee.

Das sind alles sehr schöne meditative Arbeiten. Zudem bin ich heute frei von Terminen, kann tun, worauf ich Lust habe. Und trotzdem bekam ich eine depressive Stimmung.

Als ich mir des Unsinns der schlechten Laune bewußt wurde, schaute ich nach, woher sie kommt: negative Gedanken, natürlich. Diese Gedanken laufen teilweise unbewußt ab, vergiften aber trotzdem die Stimmung. Sie kreisten heute vorwiegend um das Übermaß an Arbeit, das im Garten noch auf mich wartet, sie erzeugten einen Leistungsdruck, dem ich niemals nachkommen könnte. So viel Zeit, wie ich bräuchte, um den Garten nach Maßstab meines Gehirns perfekt zu machen, habe ich einfach nicht.

Vor allem ist dieser Druck so überflüssig. Der Garten ist schon perfekt, so chaotisch er auch ist. Die Natur regelt sich ganz von selbst, da bin ich gar nicht notwendig. Nur, wenn ich die Natur nach meinen Maßstäben umgestalten will, macht es mir Arbeit. Einige Arbeiten sind notwendig, damit die Natur auf begrenztem Raum nicht zu stark wächst und alles zuwuchert, alles andere mache ich freiwillig. Es sollte nur Freude machen, und es macht auch Freude, wenn ich einfach konsequent nicht auf die Gedanken achte.

Dieser Druck, ein bestimmtes Ziel erreichen zu müssen, ist einfach furchtbar. Und so unnötig.

Ich fühle mich schon etwas besser, nachdem ich dies aufgeschrieben habe. Dieses Tagebuch ist ein gutes Hilfsmittel.

Vielleicht ist dieses Stimmungstief nach einigen sehr guten Tagen aber auch notwendig, um irgendeine Balance herzustellen. Nichts bleibt, wie es ist, auch wenn ich noch so gerne klammern möchte, alles ist in ständigem Fluß.

Freitag, 23. April 2010

Licht

Glück, strahlendes Glück durfte ich heute beim Tanzen erleben. War das wundervoll. Ich bin so dankbar. Gleich bei einer der ersten Tanzübungen schaffte ich es, mich im Körperkontakt zum Partner zu entspannen (das fällt mir meist noch schwer) und loszulassen. Ich war raus aus dem Kopf und ganz bei mir selbst. Und sofort war da ein tiefer Frieden und ein starkes Glücksgefühl, das mich durch den ganzen Abend getragen hat. Dazu kamen die wunderbaren sehr spirituellen Übungen.

Ich habe ja wenig Erfahrung mit Energie-Arbeit. Deshalb fällt es mir meist schwer, starke Bilder zu visualisieren. Aber heute ging es. In einer Übung ging es um Licht, das aus mir heraus in meinen Körper und dann weiter in den Raum strahlt. Dieses Licht ging von meinem Herzen aus. Zum Ende empfand ich mich als Teil einer lichtvoll leuchtenden Erdkugel im Weltraum. Danach ging es um Licht, das ich von außen empfange. Ich empfand mich in einem breiten Lichtstrahl stehend, der senkrecht von oben mich durchströmte und einhüllte. Es war sehr kraftvoll und so schön.

Dann bekam ich noch das Feedback, das meine Augen heute "hell und licht" wirkten. Ich habe heute Licht ausgestrahlt. Ich konnte diese Rückmeldung gut annehmen.

Es ist kein Zufall, daß das Thema Licht heute so stark zu mir kam. Ich habe in den letzten Tagen etwas über Lichtarbeit gelesen, ein mir bisher völlig fremder Begriff.

Das rührt irgendwas in mir an. Ich habe ja viele Jahre lang mein Licht unter den Scheffel gestellt und mich versteckt. Es ist Zeit, damit Schluß zu machen. Ich will mich nicht mehr verstecken. Ich will mich zeigen, will mein Licht der Welt zeigen. Dieser Blog ist so ein Schritt nach außen.

In der Schule habe ich einmal im Kunstunterricht als Symbol für einen Sticker, der mich repräsentieren sollte, eine Sonne gewählt. Ich bekam dafür eine sehr schlechte Note, was mich sehr verletzte, denn das war vielleicht nicht künstlerisch ausdrucksstark, aber es war authentisch. Ich sehe mich im Kern als eine Sonne, die Licht ausstrahlt. Unter all den Schichten des Egos, die sich seitdem darüber breitgemacht haben.

Ich habe etwas zu geben, und das möchte ich tun. Was ich zu geben habe, bin ich selbst. So, wie ich eben bin. Manche finde das egozentrisch. Aber das ist es nicht. Es ist selbst-zentrisch.