Montag, 28. Februar 2011

Trägheit

Ich habe entdeckt, daß ich vermutlich von einem Trägheitsdämon besessen bin. Das war mir bisher nicht bewußt.

Am Samstag morgen fühlte ich mich so erschöpft und kränkelnd, daß ich überlegte, ob ich mir in der nächsten Arbeitswoche ein oder zwei Krankheitstage leisten kann, um mich zu erholen und meinen ständig liegenbleibenden Haushalt zu erledigen.

Im Laufe des Tages wurde mir dann bewußt: ich war dabei, mir eine Krankheit einzureden. Wenn ich damit weitergemacht hätte, wäre ich bestimmt auch ein bißchen krank geworden. Gerade soviel, daß ich "freimachen" kann ohne allzu starke Einschränkungen.

Ich habe tatsächlich am Arbeitsplatz viel geschafft in den letzten Wochen und ich war abends meist rechtschaffen müde. Aber das sind andere Menschen auch. Und die schaffen auch in der verbleibenden Zeit ihren Haushalt plus vielleicht noch Familienfürsorge und diverse Hobbys.

Womit fülle ich eigentlich meine freien Stunden? Ich verbringe viel Zeit vor dem Computer, auch zu Hause, und ich liege viel herum, lese oder sinniere oder meditiere oder höre stille Musik. Das brauche ich alles auch.

Aber ich müßte eigentlich auch noch genug Kraft haben für notwendige Hausarbeiten. Ich bin nicht schwach, ich bin sehr stark. Ich bin belastbar. Aber wenn ein bestimmter Punkt bei Belastung überschritten wird, neige ich dazu zu kneifen und mich zurückzuziehen.

Ich habe mich heute beobachtet und festgestellt, daß ich unnötig lange im Bett liegengeblieben bin, und daß es reine Unlust war, die mich daran hinderte, anstehende Dinge zu tun. Der innere Schweinehund. Nicht die Erschöpfung, denn ich fühlte mich heute recht fit.

Es wird irgendeinen Grund für diese Trägheit geben. Ich will ihr auf die Spur kommen. Mit der Dämonenübung. Ich glaube, es gibt einen Zusammenhang zu meiner Eßsucht. Und der Hintergrund von beidem scheint mir mangelnde Selbstwertschätzung zu sein.

Kommentare:

  1. Hallo Louise,

    interessant, die Arbeit mit den Dämonen, wie du sie hier anhand ganz anschaulicher Beispiele beschreibst.

    Ich habe in gewisser Weise einen ähnlichen Blog, da es bei mir um das "Fühlen der eigenen Gefühle" - und um "den Gefühlen und dem Leben zustimmen" geht.

    Wenn du magst bist du eingeladen, in meinem Blog ebenfalls eine Nachricht zu hinterlassen.

    Einen lieben Gruß

    Tao

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Tao,

    Du hast mich motiviert, heute noch eine Fortsetzung zum Thema zu schreiben. :-)

    In letzter Zeit habe ich ja weniger geschrieben, weil das, was mich bewegte, mir zu privat erschien, um es zu veröffentlichen (so geht es mir insbesondere, wenn andere Personen beteiligt sind, wenn ich also Konflikte nicht nur in mir, sondern auch außen habe).

    Ich suche noch, wie ich auch darüber schreiben kann, ohne andere Menschen ungewollt in die Öffentlichkeit zu zerren.

    Danke für Deine Einladung, Dein Blog-Thema interessiert mich ganz klar, ich werde mal vorbeischauen. :-)

    Liebe Grüße,
    Louise

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Louise,

    ich danke dir für deinen Gegenbesuch.

    Auch für mich ist es eine noch unbeantwortete Frage, ob und wie ich über andere Menschen schreiben soll. Zwar schreibe ich in meinem Blog (im Augenblick) anonym, aber es gibt auch Menschen, die wissen wer ich bin.... und vielleicht möchte ich auch mal die Anonymität aufgeben.
    Im Augenblick bin ich mir daher noch sehr unsicher, ob und wie ich über (Erlebnisse mit) andere(n) Menschen schreibe.

    Übrigens ich persönlich finde es schön, wenn du hier innerliche Reiseberichte in deinen Blog stellst. Ich finde es sehr interessant, wie Themen sich langfristig weiterentwickeln, wenn man sich ihnen im Inneren wirklich tief zuwendet. Somit freue ich mich, wenn ich hier derartige Reiseberichte finde.

    Einen lieben Gruß

    Tao

    AntwortenLöschen
  4. Danke für Dein freundliches Lob, Tao. :-) Ja, für die innere Arbeit braucht es einen langen Atem (fällt mir oft schwer, das zu akzeptieren, ich neige zu Ungeduld).

    Das Öffnen gegenüber der Öffentlichkeit hat mir anfangs sehr viel Angst gemacht. Unterdessen habe ich festgestellt, daß gar nichts schlimmes passiert... Wer nicht innerlich interessiert ist an dem, was ich schreibe, liest hier auch nicht lange mit, selbst wenn er mich kennt (diese Angst beruhte bei mir zum Teil auf Egozentrismus - es gibt Millionen von Bloggern, warum sollte alle Welt ausgerechnet auf mich schauen ;-)). Ich habe bisher nur nette Kommentare bekommen (ich habe jedesmal Angst, aber bisher völlig unberechtigt).

    Wenn ich über Begegnungen mit anderen Menschen schreibe, dann möglichst allgemein, denn ich fände nicht fair, Menschen in die Öffentlichkeit zu ziehen, die das nicht wünschen (oder nicht mal wissen), es sei denn, sie sind nicht identifizierbar.

    Besonders heikel ist das bei den Kindheitsthemen, denn sooo viele relevante Bezugspersonen hat ein Kind ja nicht. Deshalb meide ich diese Themen meist ganz, obwohl das auch schade ist, denn sie gehen ja besonders tief.

    Gerade in den letzten Wochen habe ich so ein eigentlich sehr wichtiges Thema verschwiegen. Mal sehen, vielleicht fasse ich das demnächst mal zusammen. Wenn ich strikt bei mir und meinen Gefühlen bleibe, müßte es gehen.

    Liebe Grüße,
    Louise

    AntwortenLöschen