Montag, 22. Dezember 2014

Rauhnächte


Draußen auf der Terrasse brennt eine Kerzenlaterne in Sturm und Dauerregen. Sie soll während der Rauhnächte weiterbrennen.

Was für ein aufwühlendes Jahr. Mit verheilender Bauchoperation ins Jahr gegangen, kaum genesen und erholt folgten die nächsten Operationen an meiner linken, meiner stärkeren Hand.

Im Oktober mein Höhepunkt für dieses Jahr, knapp 4 Tage Full Survival in der „Wildnis“. Ich habe überlebt. Ein großes Jahr.

Ich verfolge gerade die sehr emotionale und wunderschöne Wiederholung der Gala zum 80igsten Geburtstag von Udo Jürgens, der gestern ganz plötzlich verstorben ist. Vom Schöpfer abberufen. Offenbar hatte er seinen Lebenssinn erfüllt.

Viele große Künstler und Showmaster, die mich seit meiner Kindheit begleitet haben, sind in den letzten Jahren verstorben. Vielleicht sollten sie nicht mehr erleben, was nun folgt.

Ich erwarte bald den großen Zusammenbruch des Finanzsystems. Es wird sich nicht mehr lange halten können.

Hoffentlich bleibt das Weihnachtsfest friedlich und schön. Und hoffentlich bleibt das ganz große Chaos beim unvermeintlichen Wandel aus. Möge es einen sanften Übergang geben in eine hoffentlich noch bessere Zeit.

How!


Dienstag, 9. September 2014

Training nach Verletzungspause



Es gibt kaum ein größeres Glücksgefühl, als nach überstandener Krankheit wieder Dinge tun zu können, die vorher selbstverständlich waren. Ich bin so dankbar, daß meine Handverletzung so gut verheilt ist. Im Alltag habe ich kaum noch Einschränkungen, und ich kann auch endlich wieder Sport machen.

Heute bin ich 3 km gelaufen. Das ist zwar nur die Anfängerstrecke, aber das ist egal. Entscheidend ist, daß ich wieder laufen kann. In der Hand schmerzt es dabei nicht. Nur beim Armkreisen, wenn extra viel Blut in die Hand strömt, spüre ich die Narben.

Danach hatte ich noch Lust zu einer Krafttrainingseinheit. Natürlich liege ich in der Kraft weit zurück im Vergleich zum Stand vor der Verletzung, aber entscheidend ist: es geht wieder.

Besonderes Erfolgserlebnis heute: ich habe an meiner Klimmzugstange gehangen und konnte mich länger als eine Sekunde halten, vielleicht 3 Sekunden. Das ist doppelt soviel wie beim letzten Test. Vor allem: ich war dabei schmerzfrei. Danke, Universum! :-) Ich bin so glücklich darüber. Ich werde wieder Klimmzugtraining machen können, nach und nach, und irgendwann werde ich meinen ersten Klimmzug schaffen.

Bei Liegestützen gegen eine Küchenarbeitsplatte schmerzt die Hand noch, obwohl ich ein Handtuch unterlege. Aber es geht immerhin wieder. Ich kann jetzt wieder systematisch meine Muskeln und meine Ausdauer trainieren. Spätestens nach meiner Full Survival Woche im Oktober will ich wieder regelmäßig trainieren. Bis dahin liegt der Fokus auf dem Feuerbohren und anderen notwendigen Fertigkeiten.

Danke, Gott, für die Heilung meiner Hand! :-)


Donnerstag, 4. September 2014

Einsichten


Mir kommen in den letzten Tagen und Wochen vermehrt verschiedene Einsichten. Es ist schwer, sie alle in Worte zu fassen, ich will es trotzdem mal versuchen.

Ernüchterung: direkt nach dem letzten Training (im Rahmen meines Full Survival Lehrgangs) empfand ich eine körperliche und seelische Erschöpfung. Ich habe mich erneut gefragt, was der Sinn dieser ganzen Full Survival Geschichte ist, wenn ich mich damit so schwertue. Zwar war ich als eine der wenigen erfolgreich beim Feuerbohren (mit Messerunterstützung), aber ich hatte zuvor sehr gelitten, der Weg zum Erfolg führte durch tiefe Seelenfinsternis.

Dann die Ernüchterung bezüglich meines großen Ziels, einen Weg aus meinem Beruf herauszufinden. Den finde ich offensichtlich nicht, bin kurz davor, wieder die Büroarbeit aufzunehmen. Ich habe mir was vorgemacht, als ich glaubte, ich könne hier etwas ändern. Seit Jahren erzähle ich allen Menschen, die ich kenne, daß ich jetzt aber wirklich etwas ändern will, und dann versage ich doch immer wieder. Ich mache mich völlig unglaubwürdig, vor mir selbst und vor anderen.

Dann kam das 7. Webinar, das mich zutiefst bewegte und tiefe Todesangst zum Vorschein brachte. Mir ist klargeworden, daß ich diesen Lehrgang besuche, weil ich mich damit in Lebensgefahr bringe und dies als Opfer gebe. Mehr kann ich nicht geben. Ich gebe dieses Opfer der Geistigen Welt und dem Leben, um endlich eine Lösung für mein größtes Lebensproblem zu finden: was ist der Grund meines Daseins, was ist meine Aufgabe in diesem Leben? Wofür bin ich hier?

Meine Gefühle kommen und gehen in Wellen. Ich weiß, daß ich mit ihrer Intensität anderen Menschen zuweilen auf den Geist gehe, aber ich weiß auch, daß ich zu meinen Gefühlen stehen muß. Gefühle sind nach meiner Überzeugung nicht nur durch Gedanken ausgelöst (davon auch), sie kommen auch tief aus dem Unterbewußtsein. Es ist wichtig, sie wahrzunehmen und anzunehmen. Sie sind ein Teil von mir. Wenn ich sie leugne, verleugne ich mich selbst.

Ich bringe mich mit diesem Lehrgang ständig an den Rand der Überforderung. Wäre ich jünger, schlanker, gesünder und fitter, würde es mich weniger überfordern und vielleicht mehr Spaß machen. Aber ich bin so, wie ich jetzt bin, und bin trotzdem berechtigterweise in diesem Lehrgang.

Ich habe herausgefunden, worum es in Wirklichkeit geht. Es geht darum, daß ich mich endlich voll und ganz annehme mit allen Stärken und Schwächen. Ich projiziere dieses Problem nach außen, möchte mich von der Natur, von Mutter Erde angenommen und wertgeschätzt fühlen (eines meiner Ziele für dieses Seminar), aber eigentlich geht es nur um mich selbst: es geht darum, daß ich mich so annehme und liebe, wie ich bin. Es geht darum, daß ich mich berechtigt fühle, hier auf der Erde zu leben. Es geht darum, meine tiefen Scham- und Minderwertigkeitsgefühle endlich loszulassen. Mein Leben hat Sinn, auch wenn ich diesen nicht immer wahrnehme.

Es ist gut, sich Ziele zu setzen. Ich setze mir sehr große Ziele. Deshalb bin ich auch so oft am Rand der Überforderung oder darüber hinaus. Mein Leben hat aber auch einen Wert, wenn ich diese Ziele nicht erreiche. Wichtig ist, daß ich mein Bestes gebe. Das tue ich. Und ich gebe nicht auf. Ich habe nicht aufgegeben, als ich mir die Hand schwer verletzt habe und bei zahllosen Rückschlägen im weiteren Verlauf.

Aktuell gebe ich nicht auf, mein Biwakproblem anzugehen. Drei Nächte in Folge habe ich nicht geschafft, darin einzuschlafen. Ich habe dabei einiges gelernt, nach einigen Stunden aber jeweils das Biwak verlassen, um noch ein paar Stunden in meinem Bett zu schlafen. Ich hätte mich auch durch die ganze Nacht quälen können (mein Willen ist sehr stark), aber das wollte ich nicht. Ich suche jetzt einen sanfteren Weg der Entwicklung, nicht diese Brutalität gegenüber mir selbst. Ich bin zuversichtlich, daß ich spätestens im Oktober das Problem lösen und im Biwak Schlaf finden werde.

Ich habe einen Tag besonders intensiv im Garten gearbeitet. Beim vorsichtigen Aufgraben eines alten Komposthaufens mit den Händen (um die Gierschwurzeln herauszuziehen, damit ich diese nicht noch weiter im Garten verbreite) empfand ich eine tiefe Verbindung mit der Erde. Es macht keinen Unterschied, ob ich einen Tag lang ein Biwak baue oder eimerweise Kompost im Garten verteile. Beides ist Arbeit für und mit Mutter Erde.

An einem Abend hatte ich besonders große Sehnsucht nach einem Feuer. Ich machte mehrere Anläufe, bis mir schließlich nach längerer Pause mal wieder ein Feuer – sogar mit einer neuen Spindel aus härterem Holz - gelang. Ich war dankbar und glücklich, saß lange bei der Glut und schnitzte mit einem Feuersteinsplitter eine weitere Spindel. Bei dieser Arbeit war ich für Momente völlig eins mit mir und dem Werk. Ein wunderbares Gefühl. Endlich Frieden. Endlich Stille im Kopf. :-)

Aktuell geht es mir recht gut. Die Todesangst ist zurückgewichen, ich empfinde jetzt Zuversicht. Zuversicht, daß ich es allen Widerständen zum Trotz schaffen kann. Ich kann vier Tage in der Wildnis überleben. Ich kann es schaffen, ein wärmendes Biwak zu bauen und darin auch Schlaf zu finden. Ich kann es auch schaffen, die notwendigen Materialien für das Feuerbohren zu finden und erfolgreich ein Feuer zu gebären. Und ich kann es schaffen, Wasser und Nahrung zu finden. Es gibt keine Garantie für den Erfolg, aber zuversichtliche Hoffnung. Das ist schön. :-)

Über meine Lebensaufgabe bin ich mir immer noch nicht im klaren. Aber vielleicht geht es dabei mehr um meine Innenwelt als um die Außenwelt. Meine Leidenschaft seit langer Zeit ist die Selbsterkenntnis: herausfinden, wer ich bin und warum ich hier bin. Vielleicht hat das ja einen Sinn in sich. Ohne daß ich unbedingt nach außen wirken muß. Ich hoffe, ich bekomme hier noch mehr Klarheit.

Um im Frieden mit mir selbst zu sein, spielt es im Grunde keine Rolle, welcher Art die Außenbedingungen sind. Auch nicht, welche Art von Arbeit ich mache. Es geht mehr um das Wie als um das Was. Warum sollte es nicht möglich sein, Dankbarkeit und Achtung auch im Büroalltag zu leben? Ich will es zumindest ausprobieren.

Das Leben ist ein Geschenk. Danke Gott, daß ich lebe! :-)

Mittwoch, 9. Juli 2014

ein idealer Tag


Ich hatte heute einen fantastischen Tag. Wenn jeder Tag so wäre, wäre ich superglücklich.

Gestern abend das irrsinnig tolle Fußballspiel Deutschland:Brasilien, 7:1. Mit Hochstimmung in die Nacht, die ich bei meiner Freundin verbrachte.

Heute morgen 3 km Joggen im nächsten Wald (bin erst letzte Woche nach der Verletzungspause wieder vorsichtig ins Training eingestiegen). Beim nachfolgenden Krafttraining habe ich dann gemerkt, daß ich den rechten – gesunden – Arm überlastet habe, deshalb machte ich nur einen Teil meiner Übungen. War anstrengend, aber mich macht es glücklich, daß schon wieder so viel möglich ist.

Statt des obligatorischen Bads im Bach fuhr ich kurzentschlossen zu einer Kiesgrube, die sowieso auf meinem Rückweg liegt. Ein paar Minuten Schwimmen im kalten Wasser – super.

Dann nur kurzer Aufenthalt zu Hause, schnell etwas essen (der erneute Verzicht auf Getreide seit 3 Tagen fällt mir erstaunlich leicht), und los zur Verabredung. Eine Frau, die ich nur flüchtig vom Tanzen kenne, war so begeistert vom Wildnisthema, daß ich ihr gerne etwas vermitteln wollte. Dem gemeinsamen Biwakbau vor zwei Wochen war sie noch ferngeblieben wegen zu großer Blockaden, aber heute kam sie.

Sie verwickelte mich sofort in ein tiefes Gespräch über meine Handverletzung und meine beruflichen Pläne – für mich völlig überraschend. Ich ließ nach kurzer Zeit mein ganzes heutiges Konzept fallen und ließ mich auf sie und den Moment ein.

Wir haben uns gemeinsam treiben lassen. Bisher konnte ich das nur für mich allein, zu zweit war es eine neue Erfahrung. Als sie mich genug beraten hatte, wechselten wir fließend die Rollen. Ich baute aus kleinen Stöckchen ein Biwakmodell und erklärte es ihr. Zudem zeigte ich ihr das Erdloch, in dem ich im Dezember 2012 eine Nacht in feuchtem Laub und unter tropfnassem Moos verbracht habe. Sie war sehr beeindruckt und völlig zufrieden mit meinen Erläuterungen. Interessante Perspektive: sie möchte Biwakbauen nicht praktisch trainieren, weil sie keine Survivalsituation anziehen will. Ihr reicht vorerst das theoretische Wissen.

Dann forderte ich sie zu einem 5-Minuten-Feuer heraus (das mit nur einem Streichholz entzündet werden soll), wir bauten beide eines auf. Nach sehr starkem nächtlichen Regen nicht so leicht. Sie hatte nicht den richtigen Zunder, und nach mehreren Versuchen gab sie auf. Ich war froh, daß ich beim 2. Streichholz endlich mal mit Harz sehr erfolgreich war. Und sie war begeistert von dem Erlebnis, verbotenerweise ein kleines Feuer im Wald zu sehen und ein wenig zur Technik von mir zu erfahren.

Eine sehr starke Erfahrung für sie war auch, daß ich sie abseits der Wege geführt hatte. Das hatte sie sich seit Jahren nicht mehr getraut, wegen der vielen Verbotsschilder. Ja, ich erinnere mich. Als ich vor wenigen Jahren den Wald wieder neu entdeckte, ging es mir genauso. Ein Wahnsinn: es gibt doch noch die Natur unserer Kindheit und wir dürfen sie auch tatsächlich nicht nur im Zoo bestaunen, sondern betreten.

Wir machten noch eine Reflektion der Erlebnisse. Sie war absolut beglückt. Und ich auch, denn es war so einfach. Ich mußte fast nichts tun, nur da sein und ein wenig zeigen.

Eine meiner beruflichen Ideen ist es, Wildniscoaching anzubieten. Vielleicht ja doch ein möglicher Weg.

Ich hatte heute einen halben Tag für mich und einen halben Tag für die Arbeit mit einem anderen Menschen. Das ist meine Idealvorstellung von einem sinnvoll gefüllten Tag.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Training und Tanzen


Heute habe ich beschlossen, daß ich wieder trainieren möchte und daß ich gesund genug dafür bin. Erst 3 km gejoggt, und danach ein Kraftworkout, das erste seit den Operationen. Einfache Kniebeugen schienen mir heute genug, aber das kann ich bald steigern. Ich habe sogar vorsichtig Liegestütze gegen die Küchenarbeitsplatte gemacht. Ich war ja schon viel weiter, schon am Boden, aber nun muß ich Rücksicht nehmen auf die Verletzung.

Es ist schon ziemlich brutal, mit einer noch recht frischen Narbe zuzupacken oder sich gar abzustützen. Eine Narbe an irgendeiner Körperstelle kann man in Ruhe heilen lassen. In der Innenfläche der Hand geht das nicht. Die Hand ist mein wichtigstes körpereigenes Werkzeug, ständig berühre ich damit irgendwas. Und das soll ich auf Empfehlung der Ärzte auch. Ganz andere Vorgaben als nach meiner Bauch-OP. Für Zugübungen kann ich mir ein Theraband um die Hände wickeln, das belastet die Narben wenig. Es hat gutgetan, den Körper mal wieder so intensiv zu spüren. Ich passe auf, daß ich es nicht übertreibe. Vieles geht sowieso noch nicht, da Handgelenk und Fingergelenke noch sehr unbeweglich sind.

Heute abend war ich seit Monaten auch mal wieder Tanzen, und das war eine sehr gute Entscheidung. Ich hatte so ein genial tolles Körpergefühl. Beim freien Tanzen kann ich meine Behinderung komplett ausblenden, ich mache halt nur die Bewegungen, die möglich sind. Und da geht schon so viel. Ich bin sehr dankbar. Es ist überhaupt viel besser, auf das Positive zu fokussieren, statt nur auf die Probleme (letzteres habe ich lange genug gemacht, viele Jahre lang, jetzt will ich mal weitergehen). Ich habe Ziele, und die will ich erreichen, mit oder ohne Behinderung.

Ich habe seit langem mal wieder intensiv spüren dürfen, wie schlank und beweglich ich geworden bin. Das Übergewicht war eine schlimme Behinderung, viel schwerwiegender als die Störungen durch die Operationen. Das kann nur nachvollziehen, wer diesen Weg selber gegangen ist. Ich bin körperlich wirklich ein neuer Mensch. Kraft und Beweglichkeit fühlen sich einfach toll an, ich bin auch fröhlich herumgesprungen, ein ganz anderes Lebensgefühl. Und das sogar nach mehrwöchiger Trainingspause und Krankenhausaufenthalt.

Die Schmerzen in der Hand konnte ich beim Tanzen völlig vergessen, sie werden sicher vergehen, und im Laufe der Zeit werde ich meine volle Beweglichkeit wiedergewinnen. Zumindest fokussiere ich darauf und stärke meine Selbstheilungkräfte. Mir geht es wirklich gut. Ich bin sehr dankbar. :-)

Mittwoch, 21. Mai 2014

ein schöner Tag


Ein Tag, den ich ganz in meinem Rhythmus gestalten kann, kann tief befriedigend sein. Ich empfinde dann Freiheit. Schade, daß ich mich dafür schwer verletzen und krankgeschrieben sein muß. Im normalen Berufsalltag empfinde ich diese Freiheit nicht.

Nach sehr viel Hausarbeit war ich am späten Nachmittag im Wald. Ich habe dort Laub in Säcke gefüllt, für mein Laubbiwak, das ich im Garten bauen will. Diese Arbeit kann ich schon gut auch mit der verletzten Hand machen, durch Handschuhe geschützt.

Zwei Stunden schweißtreibende Arbeit bei hochsommerlichen Temperaturen. Ich fand es toll. Eine sinnvolle Arbeit, gute Luft, Abendfrieden und Stille im Wald.

Nachdem ich alles in meinem Garten getragen hatte, habe ich noch ein kleines Feuer gemacht. Dafür habe ich schon vor Jahren eine bisher kaum genutzte Feuerschale gekauft. Jetzt hat sie endlich einen Sinn. Im Rahmen meines Holistic Survival Seminars muß ich Feuermachen sowieso üben. Das geht zum Glück auch einhändig mit etwas Unterstützung der kranken Hand ganz gut. Nur Feuerbohren kann ich noch nicht, ich kann den Bogen nicht richtig festhalten.

Das Feuer gelang mir gut, es roch gut, und ich empfand Frieden. Es gibt nichts besseres einen Tag zu beschließen. Erschöpft von sinnvoller körperlicher Arbeit an einem kleinen Feuer zu sitzen und ein wenig zu meditieren und die notwendige Fingergymnastik zu machen.

Mir geht es gut. :-)

Mittwoch, 14. Mai 2014

zurück im Leben und im Training


3 km gelaufen in unter 24 min. Das ist nicht schlecht nach vier Wochen erzwungener Trainingspause. Das Gefühl in den Beinen und im gesamten Körper war nicht ganz so ungewohnt wie nach den zwei Monaten Trainingspause nach meiner Bauchoperationen. Müde bin ich jetzt schon.

Was ist passiert? Ich beschreibe es mal stichpunktartig.

Eine Woche Survivaltraining in Italien: viel ungewohnte Handarbeit, tolle Naturerfahrungen, Erlernen neuer Fertigkeiten, Inspiration.

Eine kleine Brandblase an der linken Hand. Hand schmerzt. Blase aufgestochen, Pflaster drauf, nicht weiter beachtet. Hand schwillt an. Dann schwellen die Finger an. Hand verharrt in leichter Krümmung, Finger steif. Hand nicht mehr benutzbar und stark schmerzend.

OK, es ist der Tag vor der geplanten Rückfahrt. Da fahre ich doch erstmal nach Hause und sehe dann weiter. Die Fahrt am Karfreitag (wie passend) ein einziger Leidensweg mit schwerem Gepäck, nur einer Hand und starken Schmerzen. Unterdessen nehme ich Schmerzmittel, die helfen kaum.

Zurück zuhause glaube ich immer noch, dass sich die Schwellung schon wieder zurückziehen wird, wenn ich die Hand nun endlich richtig schonen kann. Ich möchte so gerne Ostern feiern. Erst am Ostersonntag lasse ich mich in die Notaufnahme eines Krankenhauses fahren.

Diagnose: Hohlhandphlegmone, Handrückenphlegmone, Unterarmphlegmone. Habe das bis heute nicht gegooglet, aber steht für eine sehr schwere Entzündung der Hand.

Sofortige Notoperation unter Vollnarkose. Hand wird innen und außen großflächig aufgeschnitten und die entzündeten Stellen gereinigt.

Déjà vu. Schon wieder bin ich ungeplant als Notfall im Krankenhaus. Das wird bald zur Routine. ;-) Na gut, ich komme schließlich gerade von einem Survivaltraining. Was braucht der Mensch? Ein Dach über dem Kopf, Wärme in der Nacht, Nahrung und Wasser. Das bekomme ich dort. Mir geht es gut. Die Schmerzen unter dem dicken Gipsarm sind erträglich. Was will ich noch mehr? :-)

8 Tage später 2. Operation, wieder Vollnarkose. 10 Tage später werden die Fäden gezogen, und ich werde auch die leichtere Plastikschiene los.

Das war vor 5 Tagen. Seitdem darf ich wieder trainieren, vor allem so anspruchsvolle Bewegungen wie einen Finger zu strecken oder gar zu beugen. Oh, ich habe auch ein Handgelenk: läßt sich das bewegen?

Es fühlt sich so an, als seien die Beugemuskeln meiner Finger am Handrücken festgetackert. Das ist normal nach dieser Operation. Ich darf die Muskeln und Sehnen mit viel Training über den Schmerz hinaus nach und nach wieder beweglich machen.

Alles klar: Training bis zum Schmerz kenne ich. Ich bin dankbar, daß ich für meine Heilung jetzt auch physisch etwas tun kann (bisher nur mental).

Ich werde wieder ganz gesund werden. Und selbstveständlich setze ich meine Survivalausbildung fort. :-) HOOYA!