Ich habe entdeckt, daß ich vermutlich von einem Trägheitsdämon besessen bin. Das war mir bisher nicht bewußt.
Am Samstag morgen fühlte ich mich so erschöpft und kränkelnd, daß ich überlegte, ob ich mir in der nächsten Arbeitswoche ein oder zwei Krankheitstage leisten kann, um mich zu erholen und meinen ständig liegenbleibenden Haushalt zu erledigen.
Im Laufe des Tages wurde mir dann bewußt: ich war dabei, mir eine Krankheit einzureden. Wenn ich damit weitergemacht hätte, wäre ich bestimmt auch ein bißchen krank geworden. Gerade soviel, daß ich "freimachen" kann ohne allzu starke Einschränkungen.
Ich habe tatsächlich am Arbeitsplatz viel geschafft in den letzten Wochen und ich war abends meist rechtschaffen müde. Aber das sind andere Menschen auch. Und die schaffen auch in der verbleibenden Zeit ihren Haushalt plus vielleicht noch Familienfürsorge und diverse Hobbys.
Womit fülle ich eigentlich meine freien Stunden? Ich verbringe viel Zeit vor dem Computer, auch zu Hause, und ich liege viel herum, lese oder sinniere oder meditiere oder höre stille Musik. Das brauche ich alles auch.
Aber ich müßte eigentlich auch noch genug Kraft haben für notwendige Hausarbeiten. Ich bin nicht schwach, ich bin sehr stark. Ich bin belastbar. Aber wenn ein bestimmter Punkt bei Belastung überschritten wird, neige ich dazu zu kneifen und mich zurückzuziehen.
Ich habe mich heute beobachtet und festgestellt, daß ich unnötig lange im Bett liegengeblieben bin, und daß es reine Unlust war, die mich daran hinderte, anstehende Dinge zu tun. Der innere Schweinehund. Nicht die Erschöpfung, denn ich fühlte mich heute recht fit.
Es wird irgendeinen Grund für diese Trägheit geben. Ich will ihr auf die Spur kommen. Mit der Dämonenübung. Ich glaube, es gibt einen Zusammenhang zu meiner Eßsucht. Und der Hintergrund von beidem scheint mir mangelnde Selbstwertschätzung zu sein.
Ein Moment
vor 7 Jahren