Mittwoch, 6. März 2013

technische Mini-Krise

Mein privater Internetanschluß funktioniert derzeit nicht. Ich habe mich jetzt eine Woche lang mit dem Problem herumgeschlagen und mich für einen neuen Telefon-/Internettarif entschieden. Vermutlich wird es eine Woche dauern, bis ich einen neuen Router zugeschickt bekomme. Hoffentlich klappt die Installation. Und hoffentlich liegt das Problem überhaupt an veralteter Technik – denn der Techniker der Anbieterhotline konnte die Fehlerursache nicht ermitteln – er war eigentlich der Meinung, daß die Leitung bis zum Modem ok ist. Mich nervt dieses technische Problem unglaublich. „Never change a running system“. Seit Jahren schiebe ich eine Aktualisierung meiner Technik vor mir her. Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig. Falls der neue Router keine Lösung bringt, werde ich auch noch einen neuen PC kaufen (darf nach 8 Jahren dann auch mal sein). Anläßlich dieser Mini-Krise konnte ich feststellen, wie schnell ich immer noch aus der Spur gerate. Meinen Sport habe ich weiter durchgezogen, das scheint gut genug verinnerlicht zu sein, aber meine Awarenessübungen habe ich vernachlässigt. Und ich habe mich stark gestreßt gefühlt. Wenn irgendwann die echte Krise kommt mit eventuellen Unterbrechungen der Versorgung (sei es Strom, Gas, Bankdienstleistungen oder Nahrungsmittel), wird der Streß ungleich höher sein. Es ist trotz Vorbereitung nicht so leicht, mit einer Krise wirklich umzugehen. Ich stelle unter Streß immer wieder fest, daß ich dann mental in einen Tunnel gerate und nichts anderes mehr wahrnehme. Psychisch geht es mir auch meist schlecht. Andere Menschen und deren Anliegen nehme ich nicht mehr wahr. Phasenweise kann ich mich aus dem Loch befreien und fühle mich dann wieder gut und im Frieden mit mir und der Welt, indem ich auf Dankbarkeit fokussiere: zu Übungszwecken ist es ja gut, wenn ich jetzt mal eine ganz kleine Krise bewältigen muß. Es hilft auch, wenn ich meine Sinne und die Wahrnehmung auf den aktuellen Moment konzentriere und die Gedanken beiseitelege. Das gelingt mir zuweilen und dann auch wieder nicht.

Dienstag, 19. Februar 2013

Tagesablauf

Heute bin ich um 6:15 Uhr aufgestanden und war um 7:00 Uhr im Wald. Nach kurzen Vorbereitungen bin ich 43 Minuten gelaufen, nach längerer Zeit mal wieder die 5 km – Strecke – in neuer persönlicher Bestzeit, wenn ich das richtig erinnere. Danach habe ich ein schnelles Bad im Bach genommen (spart den Aufwand für das Duschen zu Hause), mich am Auto für die Arbeit umgezogen und bin mit der S-Bahn in die Stadt gefahren. Um 10:00 Uhr war ich im Büro. Dann folgte ein hektischer Arbeitstag ohne richtige Pause (wegen mehrerer Besprechungen) bis etwa 18:00 Uhr, das ist etwa +/- Null im Gleitzeitsaldo. Auf dem Rückweg habe ich noch einen kurzen Lebensmitteleinkauf erledigt und war um 20:00 Uhr zu Hause – plus 15 Minuten, bis das Auto ausgeräumt war. Wenn ich alles zusammenrechne, war das ein 14-Stunden-Tag bis zum Feierabend. Mehr geht nicht rein in einen Werktag, auch bei gutem Willen nicht. Ich war nur noch müde, als ich zu Hause ankam, und froh, daß ich mir beim Grillstand vor dem Supermarkt ein halbes Hähnchen mitgenommen hatte, das ich dann lauwarm gegessen habe, so daß ich zumindest die Zeit für das Kochen gespart habe. Der Sport war mir heute wichtig und hatte Priorität. Gut so. Aber meine aktuellen Awareness-Übungen habe ich heute nicht geschafft – nicht einmal bewußtes Essen war heute drin, da ich zwischen den Besprechungen hastig irgendwas essen mußte, um nicht zu hungern, was bei Diabetes ganz schlecht ist. Und die anderen Dinge im Haushalt, die ich gerne mal nach und nach angehen würde – Aufräumen und Entrümpeln – sind einfach nicht drin. Ich bin abends zu müde und ausgelaugt vom Tag und habe nach Sonnenuntergang auch keine Lust zu diesen nervlich belastenden Aufgaben. Jetzt müßte ich eigentlich ins Bett, damit ich morgen wieder gegen 6:00 Uhr für den nächsten Workout aufstehen kann. Ich schlafe zu wenig, 7-8 Stunden wären gut, damit der Körper sich erholen und Muskeln aufbauen kann. Jahrelang habe ich mit meiner hohen zeitlichen Belastung durch den Beruf gehadert. Dann hatte ich den Eindruck, daß der Sport mir so viel extra Energie schenkt, daß ich viel mehr Dinge im Tagesablauf unterbringen kann. Aber ganz so ist es doch nicht. Der Sport macht auch müde, und die Regeneration ist wichtig. Wenn ich noch mehr extra Aktivitäten im Tag unterbringen wollte, müßte ich doch meine Arbeitszeit weiter reduzieren. Das will ich derzeit aber nicht. Also muß ich wohl akzeptieren, daß ich zwar den Sport integrieren kann und zuweilen auch noch kleine Extrazeiten übrig habe, aber keine großen Zeitblöcke für größere Aktivitäten. Entschleunigung wäre schön. Um das besser leben zu können, müßte ich alten Ballast loslassen. Nur fehlt mir dafür die Zeit. 14 Stunden ist genug. Dann will ich noch irgendwas nach Lust und Laune tun und ein wenig entspannen. Warum bin ich eigentlich unzufrieden? Es war doch ein sehr guter erfolgreicher Tag, nur zu hektisch, worauf ich aber keinen Einfluß nehmen konnte - eine kurzfristig angesetzte Besprechung vom Chef raubte mir die Mittagspause. Mit Mittagspause wäre der Tag ganz anders verlaufen, ich hätte Atem holen können, in Ruhe und bewußt essen können und vielleicht sogar noch die Sitzplatzübung geschafft, die mir auch zusätzliche Energie geschenkt hätte. Vielleicht sollte ich das heute einfach als lehrreiche Erfahrung sehen, wie unterschiedlich ein Tag verläuft, wenn ich mich vom Streß mitreißen lasse, oder wenn ich mir kleine Ruhe-Inseln schaffe. Es wäre dann trotzdem ein 14-Stunden-Tag gewesen, aber möglicherweise würde ich mich jetzt besser und weniger erschöpft fühlen.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Training

Heute habe ich tüchtigen Muskelkater, vor allem in den Armbeugen und in den Oberschenkeln und der Hüftbeuge. Es fühlt sich gut an und zeigt mir, daß ich gestern morgen beim Training gut reingehauen habe. Ich habe jetzt gelernt, daß Muskelkater ein Zeichen dafür ist, daß der Körper die Muskeln stärkt und weiter aufbaut. Heute gewinne ich an Kraft hinzu. Ich sollte heute darauf achten, genug Eiweiß zu mir nehmen.

Bewußtes Essen

Gestern habe ich den ganzen Tag konsequent beim Essen auf bewußte Aufmerksamkeit geachtet. Das heißt, ich habe mir beim Essen Zeit gelassen, nichts anderes parallel zu tun. Meistens habe ich zusätzlich die Augen geschlossen, um noch weniger abgelenkt zu sein. Und beim Abendessen habe ich die Augen sogar verbunden. Es fiel mir schwer, dann überhaupt noch genug Zeit zum Essen zu finden, denn meistens esse ich nebenbei. Im Ergebnis habe ich weniger gegessen als sonst. Das befördert natürlich meinen Wunsch, weiter abzunehmen, war aber gestern am Arbeitsplatz auch etwas quälend. Nun die positiven Wirkungen: ich habe jeder Mahlzeit mehr Respekt geschenkt, ich war dankbarer als sonst. Und ich habe den Geschmack des Essen viel intensiver wahrgenommen. Ich habe das Essen mehr genossen. Am Abend konnte ich mich gut an alles erinnern, was ich über den Tag verteilt zu mir genommen habe – und ich konnte mir das Geschmackserlebnis leicht zurückrufen. Das Abendessen war so befriedigend, daß ich mich danach rundum wohlfühlte (was über den Tag eher nicht der Fall war, der Tag war zerfahren und hektisch) und gerne früh ins Bett ging. Sonst bin ich abends vom Tag oft so unbefriedigt, daß ich das Schlafengehen hinauszögere, weil ich nicht zulassen will, daß das schon alles war. Gestern war es tatsächlich vor allem das bewußte Essen, das mir gute Laune machte und den Tag abrundete. Heute morgen wachte ich auch gutgelaunt auf.

Bewußtes Hören

Weitere 10 Geräusche, die an meinem mittäglichen Sitzplatz zu hören waren: - Hubschrauber - Vogelstimme: wittwittwittwittwittwitt - Vogelstimme: tüidrrrr tüidrrrr - Stimmen vorbeigehender Menschen - Krähenrufe - durchdringender monotoner Ton aus der Ferne - quietschende Autobremse - Schneeregen, der auf meine Kleidung prasselt - Vogelstimme: dzi uäh (Meise) - Räuspern

Dienstag, 5. Februar 2013

Fazit Sinneserfahrungstag

Für alle Sinneserfahrungen gilt: ich muß nur ein wenig Mühe investieren und werde sofort reich belohnt – mit intensiven und tieferen Empfindungen, mit besserer Verbindung zu mir selbst und zur Umwelt, mit mehr Lebenslust. Wobei zur Lebenslust auch die Wahrnehmung von Schmerz gehören kann oder anderen unangenehmen Empfindungen. Heute hatte ich anhaltend den Tag über dieses friedliche Wohlgefühl und diesen leicht veränderten Bewußtseinszustand: ich lebe! Und das ist wunderbar! Es ist eine Mißachtung des Geschenks meines Körpers, wenn ich NICHT auf die Sinneswahrnehmungen achte. Ich habe in meinem Leben schon zu viel Zeit im scheintoten Zustand verbracht. Ich entscheide mich JETZT zu intensiver Sinneswahrnehmung immer und allezeit. Es wird mein Lebensgefühl entscheidend verändern, wenn ich das durchhalte. Beruhigend finde ich dabei, daß sich diese erweiterte Wahrnehmung automatisieren wird, so daß sie weniger anstrengend sein wird, wenn ich nur lange und intensiv genug trainiere. Ich habe es auch selber schon erfahren, daß dies stimmt. Denn seit ich vor einigen Jahren intensiv und wiederholt die Wahrnehmung der Geräuschkulisse trainierte, muß ich mir das nicht besonders vornehmen. Ich nehme Geräusche in der Regel nicht fokussiert auf ein Einzelgeräusch wahr, sondern immer auch die Geräusche drumherum. In der Tiefe kann ich das sicher noch verstärken, aber ich weiß schon, daß es funktioniert. Es wäre toll, wenn ich dies auch auf Geruch- und Geschmacksinn ausweiten könnte. Und beim Sehen brauche ich verstärkt die Bereitschaft, genau hinzuschauen. Die letzte Woche hat mir gezeigt, wie nachlässig ich insbesondere in der Wahrnehmung von Menschen bin. Und das bezieht sich nicht nur auf das Hinsehen, sondern auch auf die innere Hinwendung und Zuwendung. Ich will das ändern. Ich nehme mir jetzt mal vor, beim Essen und Trinken in der nächsten Zeit immer die Augen zu schließen – zumindest dann, wenn ich mich unbeobachtet fühle – dann ist die Versuchung geringer, mich ablenken zu lassen und parallel noch was anderes zu tun.

Geruch und Geschmack

Für das Training des Geruchs- und Geschmackssinns will ich mir beim Essen mehr Zeit lassen und bewußter die Nahrung aufnehmen. Das erfordert etwas Anstrengung, wie ich festgestellt habe. Denn ich esse sehr gerne nebenbei, während ich am Computer tippe oder lese oder fernsehe. Zudem habe ich mir seit Jahrzehnten angewöhnt, sehr hastig zu essen, nicht gut zu kauen und somit nicht sehr intensiv das Essen wahrzunehmen und zu genießen. Daß mein Verhalten ungesund ist und zudem das Übergewicht fördert, weiß ich natürlich. Ich bin oft so in Eile und nehme mir deshalb wenig Zeit für das Essen. So, das will ich jetzt ändern. Ich nehme dieses Programm als Anstoß, mein Verhalten möglichst dauerhaft umzustellen. Den vollen Sinnesgenuß bei jedem Essen werde ich so schnell nicht umsetzen können, aber ich kann mich dem zumindest annähern. Nie mehr unbewußtes In-Mich-Hineinschlingen von irgendwas, das mir vielleicht gar nicht schmeckt und wohltut. Seit meiner Ernährungsumstellung in Folge des Sportprogramms esse ich schon etwas bewußter als früher. Aber das kann ich weiter steigern. Ich esse doch auch so gerne, da ist es doch schade, das so unbewußt zu tun. Genuß beim Essen durch intensives Riechen und Schmecken ist so leicht zu erreichen, wenn ich nur die kleine Anstrengung auf mich nehme. Das sollte doch wohl drin sein. Ich will auch bewußt Geruchs- und Geschmackserlebnisse wahrnehmen und abspeichern, um mein Potential in dieser Hinsicht zu erweitern. Heute war ich bewußt genug, um spätestens beim zweiten Bissen innezuhalten und langsamer zu kauen und zu genießen. Meistens schloß ich dann auch die Augen, um mich möglichst wenig ablenken zu lassen.