Dienstag, 6. Juli 2010

Sommergarten

Nun ist wirklich Sommer. Etwa eine Woche lang war es fast unerträglich heiß, und es hatte seit 2-3 Wochen nicht mehr geregnet. Die Natur dürstet, und aus dem Urwald, der im nassen Mai im Garten gewachsen ist, wird nach und nach eine Steppenlandschaft. Heute gab es endlich einen kurzen Schauer, der aber kaum ausreichte, einige obere Bodenschichten zu befeuchten.

Ich habe endlich verstanden, warum ich seit Jahren zwar immer frische Himbeerranken, aber nie Himbeeren hatte – zu trocken, die Früchte wachsen nicht, sie bräuchten wohl regelmäßige Bewässerung. Alle Saat, die ich in diesem Jahr in mein Gemüsebeet ausgebracht habe (es war sowieso nicht viel), ist eingegangen oder wurde von den Schnecken gefressen. Das einzige, was gut wächst, sind Kräuter, die ich aber nicht selber herangezogen, sondern vorgezogen gekauft und eingepflanzt habe. So habe sie einen Wachstumsvorsprung vor Schnecken und Ameisen.

Was auch noch ganz gut aussieht, sind die Kartoffeltöpfe: ich habe in mehreren großen Containern, die jeweils von Weihnachtsbäumen übriggeblieben waren, Kartoffeln gesetzt. Diese habe ich regelmäßig gewässert. Bin gespannt, was daraus wird – vermutlich eine Handvoll Baby-Kartoffeln.

Ich müßte offenkundig regelmäßig viel Wasser zugeben, vermutlich neben meinem überlagerten Kompost auch gekauften Dünger, um wirklich eine nennenswerte Ernte zu erhalten. Das möchte ich aber nicht. Zum einen rechnet sich das nicht (bei derzeit noch sehr günstigen Lebensmittelpreisen), zum anderen möchte ich so naturnah wie möglich gärtnern. Noch ist es ja auch nur ein reines Hobby. Ich freue mich an jeder kleinen Beere oder jedem Kraut, das mehr oder weniger wild in meinem Garten wächst und sich zum Verzehr eignet.

Selbst der robuste Giersch liegt flach auf der Erde, auch der Löwenzahn ist schlapp – aber diese Wildkräuter halten noch am besten durch. Sie liefern den besten Ertrag bei geringstem Arbeits- und Energieeinsatz. Wenn die eigene Ernte tatsächlich nicht nur ein nettes Hobby sein soll, sondern beim Sparen im Haushaltsbudget helfen soll (oder im Fall einer sehr üblen Wirtschaftskrise lebensnotwendig werden sollte), müßte ich mich auf das konzentrieren, was von alleine gut und üppig wächst unter den Bedingungen meines Mikroklimas.

Da muß ich weiter nach Pflanzen suchen, die gleichzeitig Trockenheit und Schatten vertragen. Das Experimentieren macht mir weiterhin viel Freude. Nachdem das halbe Jahr schon wieder vorbei ist, stelle ich fest, wie wenig ich im Garten geschafft habe – nur einen Bruchteil von dem, was ich mir für diese Saison vorgenommen hatte. Nicht einmal meinen Mini-Acker konnte ich vollständig bewirtschaften, es fehlte die Zeit dazu. Schade eigentlich.

Eine nachhaltige und dabei glückliche Lebensweise zu finden ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen gar nicht so einfach. Der Garten hat bei mir dieses Jahr eine relativ hohe Priorität und trotzdem reicht die Zeit dafür nicht. Es gibt einfach zu viele andere Dinge, die notwendiger erscheinen, vor allem der Beruf.

Kommentare:

  1. liebe louise
    gemüse braucht einfach viel wasser, ohne wässern wird das nichts. du hattest mich ja gefragt. ich wässere täglich, habe allerdings auch einen eigenen brunnen, so kostet es mich nichts. wasser ist noch wichtiger als düngen. gemüse sind halt kulturpflanzen, die würden sich größtenteils in der freien natur nicht durchsetzen. das mußte ich auch erstmal kapieren.
    :-)
    wünsch dir noch viel freude beim gärtnern
    lieben gruß
    solve

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  2. Liebe Solve,

    ich habe jetzt wiederholt die Erfahrung gemacht, daß Gartenpflanzen (sowohl Zier- als auch Nutzpflanzen) nicht richtig gedeihen während der regelmäßigen mehrwöchigen Trockenperioden, die es fast in jedem Sommer gibt.

    Ich muß mich wohl entscheiden: entweder zeit- und evt. auch kostenintensive regelmäßige Bewässerung, oder Verzicht auf Kulturpflanzen und Konzentration auf das, was von alleine wild wächst.

    Ich glaube, ich mache einen Kompromiß, wie bisher auch schon. Manchmal wird der Schlauch herausgeholt und intensiv gewässert, und sehr heikle Pflanzen wässere ich auch zwischendurch mit der Gießkanne - aber täglich schaffe ich das nicht.

    Wenn ich mehr Regenwasser speichern könnte, würde das auch schon viel helfen. Ein Brunnen ist natürlich optimal (auch eine gute Krisenvorsorge), das geht bei mir leider nicht.

    Danke für Deinen Kommentar. :-)

    Herzliche Grüße,
    Louise

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