Montag, 7. März 2011

meinen Platz suchen

Ich habe mich immer zerrissen gefühlt, wußte nicht, wo ich hingehöre. Ich glaubte, ich müsse mich für einen Teil meiner Herkunft entscheiden. Das stimmt ja gar nicht. Ich habe zwei Herkunftslinien und meine Aufgabe ist, eine Verbindung zwischen diesen zu schaffen.

Selbst wenn ich den Gedanken früher gehabt hätte – es hätte nichts genutzt, denn es muß gefühlt und im tiefsten Innern als wahr erkannt werden. Da bin ich noch nicht ganz, aber ich bin jetzt auf dem Weg.

Wir haben eine Hausaufgabe für die Zeit bis zum nächsten Seminarblock bekommen. Mindestens einmal die Woche (möglichst aber mehrmals) soll ich für eine Stunde in der Natur sitzen – an einem Platz, den ich zu meinem Platz mache und zu dem ich immer wieder zurückkehre.

Das finde ich total gut. Der sanfte Druck durch die Gruppe und die Leitung ist genau das, was ich noch brauchte – denn nach einem eigenen Kraftplatz sehnte ich mich schon lange. Endlich habe ich begriffen, daß es dafür gar keines „besonderen“ Orts bedarf. Es muß dort keinen Steinkreis oder Hügelgräber oder spektakuläre Landschaft geben.

Es kann überall sein! Jeden Platz kann ich zu meinem machen, wenn ich mich wirklich tief darauf einlasse!

Ein bißchen ansprechend für mich sollte der Ort schon sein, aber das finde ich hier in der Umgebung auch. Dann sollte der Ort für mich gut erreichbar sein, weil ich so wenig Zeit habe. Und trotzdem möglichst etwas abgeschieden, um nicht permanent durch andere Menschen oder deren Hunde gestört zu werden. Ich habe schon eine Idee, wo ich danach suchen werde.

Hier, wo ich jetzt lebe, kann ich meine neue eigene Heimat finden. Ich muß mich dafür nur mit der Natur hier verbinden. So einfach ist es. Vielleicht muß ich auch die innere Verbindung zu den Menschen suchen, die früher hier in dieser Region gelebt haben. Dazu hatte ich bisher wenig Lust. Heimatkunde an meinem derzeitigen Wohnort hat mich nicht interessiert. Vielleicht ändert sich das ja mal.

Aber ich beginne mit dem, was für mich naheliegender ist: die Verbindung zur Natur hier zu suchen, die ich durch meinen Garten sowieso auch schon habe. Aber darüber hinaus noch einen eigenen Platz im Wald zu entdecken, wird bestimmt sehr schön. Es geht darum, die Natur mit den Augen eines Einheimischen zu sehen. Ich bin in Mitteleuropa heimisch, ich gehöre hierher. Zumindest der Wald verbindet die Orte meiner Kindheit. Es gibt hier Bereiche im Wald, die mich an meine Kindheit erinnern. Dort werde ich meinen Platz suchen.

Rückbindung

Ich bin zurück von meinem ersten Wildnisseminar. Es war sehr intensiv. Sehr viel aufgestaute Traurigkeit war in mir, die sich dann mehrfach in vielen Tränen gelöst hat. Das stärkste Erlebnis war eine Meditationsübung im Wald. Nur eine Dreiviertelstunde, aber so bewegend. Ich habe mich auf die Erde gelegt, den noch kalten Waldboden unter mir gespürt und geweint.

So ein Erlebnis hatte ich vor 14 Jahren schonmal an einem noch einsameren Ort in der Wildnis. Danach führte mein Weg in eine ganz andere Richtung. Jetzt bin ich an den Ausgangspunkt zurückgekehrt.

Ich suchte nach meinen Wurzeln. Woher stamme ich? Habe ich ein Recht, auf der Erde zu leben? Wo gehöre ich hin, gehöre ich überhaupt irgendwo hin? Wozu bin ich hier? Was ist meine Aufgabe im Leben?

Eine andere Teilnehmerin sprach es aus, das nehme ich jetzt erst richtig wahr: ich habe Wurzeln in zwei verschiedenen Ländern. Die Wurzeln im Norden habe ich vor zwei Jahren wiedergefunden. Jetzt geht es um die Wurzeln in Deutschland. Und es geht um eine Synthese aus beiden.

Ich habe in den letzten Jahren schon einige meiner Kindheitsorte aufgesucht – weit verstreut liegen diese. Ich habe dabei Teile meiner Seele wiedergefunden. Vielleicht fehlt noch ein Baustein aus der Familienreihe meiner Mutter. Aber da habe ich in diesem Jahr noch ein größeres Familientreffen, das mir diesen Baustein vielleicht erkennen lassen wird.

Und dann geht es um die Synthese, um MEINEN Weg in der Ahnenreihe meiner Eltern und Vorfahren.

Ich bin sehr bewegt.

Freitag, 4. März 2011

Tanzübung zu Scham

Das war schön heute beim Tanzen. Wir hatten eine sehr intime Atmosphäre, weil wir heute nur ein kleiner Teilnehmerkreis waren, der sich zudem schon länger kennt. Bei mir ging es heute viel um Scham. Ich hatte das Bedürfnis, mich mit einem Tuch zu verhüllen und habe einen großen Teil des Abends mit dem Tuch gespielt und damit, mich zuerst zu verstecken und dann zu zeigen.

Das war kein bloßes Spiel, sondern sehr authentisch meine heutige Gefühlslage. Zum Ende durfte ich noch in einer Abschlußübung mein heutiges Thema tanzen – mit einer Partnerin, die die Aufgabe hatte, mich zu wertschätzen.

Schwierige Aufgabe für sie, aber sie hat das ganz toll gemacht. Mir zunächst nur Präsenz geschenkt, aber keine große Nähe, sie hat mich auch nicht angesehen – das wäre ja auch schon zuviel gewesen, da ich mich gerade stark schämte. Sie war offen für mich, hielt aber ausreichend Abstand. Das war ideal. Ich konnte ganz langsam Vertrauen zu ihr gewinnen und nach und nach das verhüllende Tuch ablegen.

Und dann spürte ich selber den Wunsch, Kontakt aufzunehmen und zeigte das mit Blicken und kleinen Gesten. Sie ging auch hier sehr behutsam auf mich zu, bis sie mich schließlich von hinten vorsichtig in den Arm nahm. Zunächst fühlte ich mich noch steif und abwehrend, aber dann vertraute ich ihrer Wertschätzung, konnte diese annehmen, und das löste dann von ganz tief innen ein erlösendes Weinen bei mir. Ich mochte die Nähe dann gerne und wäre vielleicht noch weitergegangen, als die Musik zu Ende war.

Mir hat der heutige Abend sehr gutgetan. Ich fühle mich jetzt ganz weich und verletzlich. Ich fühle mich ganz zart geliebt. Es ist wie eine hauchzarte Glut, noch kein Feuer. Die Glut will noch geschützt und genährt werden.

Es war für mich auch sehr lehrreich. Wenn ich mit einem Dämon zu tun habe, dem es an Selbstwertschätzung fehlt, dann hatte ich bisher keine wirklich gute Idee, wie ich ihm helfen kann. Heute wurde es mir gezeigt. Ich muß mich sehr, sehr vorsichtig, wie beiläufig, annähern. Nicht anstrahlen, das kann jemand, der sich schämt, gar nicht annehmen. Ich darf dann nur so viel geben, wie der Dämon auch annehmen kann.

Ich könnte den Dämon auch als Inneres Kind bezeichnen. Es handelt sich so oder so um einen inneren Anteil von mir. Heute paßt der Ausdruck Inneres Kind besser. Denn wir haben uns gerade ein ganz klein wenig miteinander angefreundet. :-)

Donnerstag, 3. März 2011

Angst und Scham

Ich habe Angst. Heute schon baut sich die Angst auf, wie gewohnt vor einem neuen Schritt. Übermorgen startet meine Weiterbildung. Mir fällt das Packen schwer. Wie immer werde ich wohl das meiste Gepäck von allen dabeihaben. Ich kann mich nie beschränken, sondern habe Sorge, ich könnte etwas wichtiges vergessen. Und da ich Platz im Auto habe, kann ich ja alles reinladen.

Ich habe auch Angst, daß ich nicht mithalten kann. Daß ich körperlich nicht mithalten kann, nicht fit genug bin.

Ich habe auch Angst, daß meine Kleidung oder Ausrüstung nicht gut genug sein wird. Dieses Muster ist ganz klar: in meiner Jugend war ich kleidungsmäßig immer Außenseiterin, ich hatte nie das, was gerade „in“ war und habe mich oft geschämt. Heute bin ich vom Urteil anderer Menschen ziemlich unabhängig, aber anläßlich meines Seminars kommt es doch nochmal gewaltig hoch.

Scham ist mein Kernproblem, soweit ich bisher in mich vorgedrungen bin. Es ist die Basis von allen anderen Problemen.

Angst ist vergleichsweise harmlos. Da steckt ja auch immer der „Kick“ drin, sich zu überwinden, was bei mir oft mit einem Lustgewinn einhergeht.

Also, die Angst vor den neuen Erlebnissen halte ich schon aus. Schwieriger ist es mit der Scham, aber auch da habe ich unterdessen viel Übung. Und vielleicht kann ich ja vorab noch was anlösen. Die Scham könnte auch von dem kleinen Teufel herrühren, mit dem ich in den letzten Tagen zu tun hatte.

Mittwoch, 2. März 2011

Trägheitsdämon II

In den letzten Tagen habe ich mich schonmal mit dem Trägheitsdämon auseinandergesetzt. Ich visualisierte ihn als eine teufelähnliche Gestalt mit trotzig verschränkten Armen. Dieser Teufel möchte meine ganze Aufmerksamkeit und hindert mich damit am Arbeiten. Er ernährt sich von meiner Energie, er saugt mich aus und schwächt mich damit.

Meine Versuche, mich in seine Befindlichkeit hineinzuversetzen, waren bisher schwierig. Ich spürte so etwas wie „ich habe kein eigenes Leben“, „ich brauche Dich, laß mich nicht allein“ und „ich bin nichts wert“.

Ich empfinde Mitleid mit ihm. Dieser kleine Teufel hat zu wenig Selbstwert und zapft mich deshalb an. Ich habe noch keine Idee, wie ich ihm helfen kann.

In der Dämonenübung gebe ich mich normalerweise dem Dämon hin und nähre ihn mit dem, was ihm fehlt, um ihn so zu verwandeln. In diesem Fall finde ich das schwierig. Wenn ich ihm einfach „Liebe“ gebe, macht er sich vielleicht erst recht von mir abhängig. Wie gebe ich einem Dämon ein Gefühl der Selbstwertschätzung?

Ich habe es damit versucht, mich in blaues Licht aufzulösen und mit diesem Licht den Dämon zu umhüllen, damit er sich beschützt fühlt. Ich habe es auch damit versucht, mich in mit Liebe gesättigtes Blut aufzulösen und ihn damit zu füttern.

Einmal veränderte sich der Teufel dadurch und wurde zu einem kleinen schmutzigen Mädchen, das trotzig auf einer Bettkante saß. Das war ein Fortschritt, aber noch keine Lösung.

In diesem Dämon ist unglaublich viel Schmerz. Er scheint unersättlich und kaum zufriedenzustellen.

Es scheint ein Muster aus meiner frühesten Kindheit zu sein. Zum Teil entstammt der Dämon vermutlich meiner eigenen Erfahrung, zum Teil habe ich ihn von einem meiner Elternteile „geerbt“.

Neulich hatte ich schonmal mit einem Dämon zu tun, den ich anscheinend von meinen Vorfahren geerbt habe – mit schrecklichen inneren Bildern, die viel schlimmer sind als alles, was ich selber jemals erlebt habe. Auf einmal hatte ich die Eingebung, daß es alter Schmerz sein muß, alte Muster, unpersönlicher Schmerz, nicht mein persönlich erlebter Schmerz.

Mit dem Trägheitsdämon scheint es ähnlich zu sein. Ich werde wohl lange damit zu tun haben, das sitzt sehr tief und koppelt zudem verschiedene Muster, was die Lösung umso schwieriger machen dürfte.

Montag, 28. Februar 2011

Trägheit

Ich habe entdeckt, daß ich vermutlich von einem Trägheitsdämon besessen bin. Das war mir bisher nicht bewußt.

Am Samstag morgen fühlte ich mich so erschöpft und kränkelnd, daß ich überlegte, ob ich mir in der nächsten Arbeitswoche ein oder zwei Krankheitstage leisten kann, um mich zu erholen und meinen ständig liegenbleibenden Haushalt zu erledigen.

Im Laufe des Tages wurde mir dann bewußt: ich war dabei, mir eine Krankheit einzureden. Wenn ich damit weitergemacht hätte, wäre ich bestimmt auch ein bißchen krank geworden. Gerade soviel, daß ich "freimachen" kann ohne allzu starke Einschränkungen.

Ich habe tatsächlich am Arbeitsplatz viel geschafft in den letzten Wochen und ich war abends meist rechtschaffen müde. Aber das sind andere Menschen auch. Und die schaffen auch in der verbleibenden Zeit ihren Haushalt plus vielleicht noch Familienfürsorge und diverse Hobbys.

Womit fülle ich eigentlich meine freien Stunden? Ich verbringe viel Zeit vor dem Computer, auch zu Hause, und ich liege viel herum, lese oder sinniere oder meditiere oder höre stille Musik. Das brauche ich alles auch.

Aber ich müßte eigentlich auch noch genug Kraft haben für notwendige Hausarbeiten. Ich bin nicht schwach, ich bin sehr stark. Ich bin belastbar. Aber wenn ein bestimmter Punkt bei Belastung überschritten wird, neige ich dazu zu kneifen und mich zurückzuziehen.

Ich habe mich heute beobachtet und festgestellt, daß ich unnötig lange im Bett liegengeblieben bin, und daß es reine Unlust war, die mich daran hinderte, anstehende Dinge zu tun. Der innere Schweinehund. Nicht die Erschöpfung, denn ich fühlte mich heute recht fit.

Es wird irgendeinen Grund für diese Trägheit geben. Ich will ihr auf die Spur kommen. Mit der Dämonenübung. Ich glaube, es gibt einen Zusammenhang zu meiner Eßsucht. Und der Hintergrund von beidem scheint mir mangelnde Selbstwertschätzung zu sein.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Überarbeitung im Sklavensystem

Seit einigen Wochen arbeite ich unglaublich viel. Das Gute daran: ich kann es wieder! Ich kann mich wieder einen ganzen Tag plus Überstunden sehr erfolgreich auf meinen Job konzentrieren und gute Arbeit leisten. Früher war das für mich ganz normal, dann gab es eine lange Phase, in der es kaum noch ging, und zuletzt war es wechselhaft. Jetzt kann ich sagen: ich bin wieder voll arbeitsfähig. Das ist schön.

Es ist aber nur eine dünne Haut, die mir das Funktionieren wieder ermöglicht. Die reißt ganz schnell auf. Heute gab es so eine Situation. In einer größeren Runde wurden demnächst anstehende Projekte besprochen. Da diese inhaltlich in meinen Augen in die völlig falsche Richtung laufen (noch mehr Bürokratisierung unserer Arbeit, die nur mit kreativer Freiheit wirklich gut läuft), habe ich mich schon ziemlich aufgeregt und auch laut Kritik geäußert. Und das setzte ich dann später im Büro im kleineren Kreis fort.

Eigentlich wollte ich verschweigen, daß ich demnächst eine Weiterbildung zu einem ganz anderen Thema mache. Heute konnte ich es nicht mehr zurückhalten, als ich sehr provokant gefragt wurde, warum ich mich denn nicht fortlaufend bei anderen Firmen bewerbe, wenn ich mich bei der aktuellen so unwohl fühle. Das mache ich derzeit eben nicht, weil ich mich jetzt erstmal auf die Weiterbildung konzentrieren will.

Es ist völlig sinnlos, von einem Sklavenhalter zu einem anderen zu wechseln. Das ändert am System überhaupt nichts. Am Anfang muß man sogar besonders viel arbeiten, kann sich wenig Freiheiten nehmen, darf nicht unangenehm auffallen usw. Es gibt vielleicht einen kleinen Motivationsschub durch die neue Situation, aber letztlich ist es wohl in fast allen Unternehmen aller Branchen mehr oder weniger ähnlich. Keiner kann dem gnadenlosen Wettbewerbsdruck durch das exponentiell wachsende Schuldgeldsystem entkommen. Wir rationalisieren uns zu Tode, dabei bleibt die Menschlichkeit und jeder Lebenssinn überall auf der Strecke.

Genauso ist es sinnlos, bei einer Wahl das Kreuz mal bei der einen und mal bei der anderen Systempartei zu machen – wie gerade bei der Hamburg-Wahl. Das ändert auch garantiert überhaupt garnichts. Es vermittelt vielleicht die Illusion, der Wechsel könnte irgendwas bewirken, aber mehr auch nicht. Es ist eine Illusion. Ich verstehe nicht, warum so viele Wähler immer noch darauf hereinfallen. Leider werden die Nichtwähler ja nicht mitgezählt, sie bewirken nicht einmal eine Verringerung der Parteienfinanzierung oder der Diäten. Ich will mich mal sachkundig machen: ich glaube, die Stimme ungültig machen ist im Zweifelsfall noch besser.

Ich bekam heute von einer Kollegin auch vorgehalten, daß ich das „Spiel der Männer“ nicht gut genug mitspiele, daß ich zum Beispiel mit meinen Erfolgen nicht genug prahle, damit nicht präsent genug bin, und mich so auch nicht wundern dürfe, wenn ich nicht genug Anerkennung finde. Als ich im Gespräch preisgab, daß ich in diesem Unternehmen nur ein einziges Mal eine Gehaltserhöhung von 70 Euro bekam (vor etlichen Jahren), meinte die Kollegin dazu: „Das ist ja eine Beleidigung.“ Genau, sie hat es auf den Punkt getroffen. Wenn man nach Jahren erfolgreicher Arbeit in einer Gehaltsverhandlung mit so einem Taschengeld abgespeist wird, wirkt das wie eine Abwertung und Beleidigung. Ich war der Kollegin gar nicht böse drum, ich sehe es ganz genauso. Für mich war das damals völlig demotivierend und ist es noch heute.

Natürlich, ich könnte mich auf dem Jobmarkt besser präsentieren und auch im Unternehmen bestimmte Spielchen besser mitspielen. Aber nur um den Preis des völligen Selbstverrats. Und das mache ich nicht mehr mit. Ich spiele jetzt soweit mit, daß ich mir selber auf die Schulter klopfen kann, daß ich selber meinen Einsatz und meine Leistung wertschätzen kann. Ich mache das für mich. Ich mache es auch für die Kollegen, die überwiegend sehr nett sind, mit denen ich gerne zusammenarbeite, und die ich auch nicht hängenlassen möchte. Aber ich mache es nicht für die Firma. Und auch nicht fürs System. Ich spiele soweit mit, daß ich mein Einkommen wenigstens nominal erhalte (real sinkt es ja seit Jahren und durch die steigende Inflation immer schneller). Aber meine Seele möchte ich nicht mehr dem Teufel verkaufen.

Es ist eine schwierige Gratwanderung. In den letzten Wochen habe ich mit meinem Einsatz, um ein wichtiges Projekt termingerecht fertigzustellen, meine eigenen Grenzen schon wieder etwas überschritten. Ich bin völlig erschöpft, fühle mich stark erholungsbedürftig. Leider ist keine Erholung in Sicht. Ich werde meine Überstunden wohl langsam wieder abbummeln, sonst würde mich bald irgendeine Krankheit erwischen, die mich dann zur Erholung zwingt.