Donnerstag, 1. April 2010

Tod

Es ist merkwürdig. Ich habe vermutet, daß ich mich bald nochmal mit dem Tod auseinandersetzen muß. Jetzt kommt das Thema von außen auf mich zu. Ein Todesfall in meinem näheren Umfeld. Ich bin nicht direkt von Trauer betroffen, da ich diesen Menschen überwiegend nur aus Erzählungen kannte, nicht persönlich.

Es berührt mich dennoch stark - mit einer Mischung aus Schmerz und tiefem Frieden. Der Tod ist nicht nur ein Schreckgespenst - er hat auch etwas Heiliges und Friedvolles.

Was stirbt, wenn ein Mensch stirbt? Das Ego.

Was bleibt, was lebt ewig weiter? Das, was wir in Wirklichkeit alle sind. Aber vorstellen kann ich (Ego) mir das nicht. ;-)

Der Tod ist ein Zeiger für das Leben. Er mahnt die Lebenden, wahrhaftig zu leben. Er erinnert die Lebenden an ihre Sterblichkeit.

Angesichts des Todes ist vieles so furchtbar unwichtig. Das habe ich heute sehr stark wahrgenommen. Dabei konnte ich heute sehr konzentriert arbeiten - im Bewußtsein, wie unwichtig das alles ist.

Zwischen stark aufgewühlten Gefühlen empfand ich heute auch einen tiefen inneren Frieden. Letzteres überwiegt.

Kommentare:

  1. Liebe Luise,

    der Tod eines seiner Lieben ist ein Ereignis, von dem ich ich selbst am meisten (und am häufigsten) in meinem Leben gelernt habe.

    Da Du schreibst, der Mensch stand Dir nicht nahe, möchte ich dazu einige Worte "über den Tod" schreiben (sonst würde ich das nicht tun).

    Der Tod eines Menschen bringt uns zurück auf den „Boden der Tatsachen“ und alles Überflüssige fällt von uns ab. Das ist der Friede, den Du spürst. Bei uns Menschen ist es oft nur dieses Ereignis, was uns, oftmals durch eine Art „Schock“ von allen anderen, „unwichtigen“ Dingen „befreit“.

    Was nach dem Tod ist, kann man sich nicht vorstellen; genauso, wie wir nichts darüber sagen können, was gewesen ist, bevor wir geboren wurden.
    Das „Leben nach dem Tod“ ist kein Leben, wie wir es kennen.
    Vielleicht mag es eine Form der Existenz sein, weil das Gottgegebene Leben nicht verloren gehen kann, ja - weil Gott die Belebung von Allem IST.
    Ein Kind, in einer Sendung über todkranke Kinder, hat einmal gesagt,
    als es ein gerade verstorbenen Kind sah:
    „Die Seele von ... ist jetzt bei Gott! Das hier (der tote Körper) ist nur noch eine leere Hülle.“

    Schön zu wissen, dass wir immer in Gott geborgen sind!

    Ich wünsche Dir ein schönes Osterfest, liebe Luise.

    Herzliche Grüße
    Annie

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  2. Liebe Annie,

    vielen Dank für Deine warmen Worte.

    Ich sehe den Tod ähnlich wie Du: er bewirkt eine Reduktion auf das wesentliche. Und was für ein großes Glück, selber noch weiterleben zu dürfen, nachdem man auf die eine oder andere Art vom Tod berührt wurde. Der Tod macht still. Jedenfalls sofern man ihn willkommen heißen kann, sich nicht auflehnt.

    Früher habe ich an die unsterbliche individuelle Seele geglaubt, dann an die Reinkarnation und somit auch an ein individuelles Weiterleben. Unterdessen weiß ich nicht mehr, woran ich glauben soll. Das Bewußtsein, das wir alle sind, ist unzerstörbar und somit ewig. Aber wie das dann ist, kann sich kein Mensch vorstellen. Es ist außerhalb der Vorstellung. So wie die Stille auch.

    Ohne den Tod gäbe es kein Leben. Und ohne ein Leben keinen Tod. Es gehört einfach beides zusammen. Und es ist wunderbar.

    Liebe Grüße,
    Louise

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